Ant Arctic Lab
Sedlacek wagt weiteren Weltumsegelungs-Versuch

Erst beschädigte ein Sturm sein Schiff, dann kam Corona. Jetzt startet der Extremsegler erneut, um den Globus und beide Pole zu umrunden

  • Fabian Boerger
 • Publiziert am 11.08.2021
Der österreichische Extremsegler Norbert Sedlacek wird auf einem Schiff vom Typ Open 60 segeln, das er und seine Crew aus Vulkanfaser-Balsaholz-Sandwich selbst gebaut haben Der österreichische Extremsegler Norbert Sedlacek wird auf einem Schiff vom Typ Open 60 segeln, das er und seine Crew aus Vulkanfaser-Balsaholz-Sandwich selbst gebaut haben Der österreichische Extremsegler Norbert Sedlacek wird auf einem Schiff vom Typ Open 60 segeln, das er und seine Crew aus Vulkanfaser-Balsaholz-Sandwich selbst gebaut haben

Innovation Yachts /B.Gergaud Der österreichische Extremsegler Norbert Sedlacek wird auf einem Schiff vom Typ Open 60 segeln, das er und seine Crew aus Vulkanfaser-Balsaholz-Sandwich selbst gebaut haben

Es waren gerade mal sieben Tage, die sein letzter Versuch andauerte. Südwestlich von Irland geriet der Extremsegler Ende Juli 2019 in einen Sturm. Sein Schiff wurde so stark beschädigt, dass er in seinen Heimathafen in Les Sables-d’Olonne zurückkehren musste. 2020 war der nächste Start geplant. Doch dann kam die Corona-Pandemie. Nun aber soll es gelingen.

Im Rahmen des Projekts „Ant Arctic Lab“ wird Sedlacek erneut versuchen, einhand, nonstop und ohne fremde Hilfe die fünf Ozeane zu durchsegeln – inklusive des arktischen und antarktischen Ozeans. Es wäre das erste Mal, dass ein Mensch diese Route in dieser Weise absolviert.

Segeln wird der Österreicher auf einer Yacht vom Typ Open 60, das Sedlacek und seine Crew selbst gebaut haben . Das 18,28 Meter lange Boot besteht aus einem Vulkanfaser-Balsaholz-Sandwich und soll durch den gewählten Materialmix besonders umweltverträglich sein.

Ein Video zum Open 60 aus umweltverträglichem Material finden Sie hier .

Start ist am Sonntag, den 15. August, um 10.30 Uhr in Les Sables-d'Olonne. Die französische Hafenstadt ist vor allem bei Weltumseglern bekannt, da dort alljährlich der Start- und Zielhafen der Vendée Globe liegt.

Anders als bei anderen Weltumsegelungen geht es für Sedlacek bei diesem Abenteuer nach dem Start nicht südlich zum Kap der Guten Hoffnung. Er wird vielmehr zunächst gen Norden segeln, um die norwegische Arktikinsel Spitzbergen zu umrunden. Erst im Anschluss segelt er auf die südliche Hemisphäre, um dort dann den Globus nördlich des antarktischen Kontinents zu runden.

Bei dem gescheiterten „Ant Arctic Lab“-Versuch 2019 stand noch auf dem Routenplan, die Nordwestpassage zu queren und westlich der amerikanischen Kontinente gen Süden zu segeln . Diesen Plan verwarf das Team und entschied sich, das Nordpolarmeer über den Atlantischen Ozean anzusteuern. Insgesamt liegen rund 32.000 Seemeilen vor Sedlacek.

Um die Welt oder an entlegene Orte zu segeln, ist nicht neu für den gebürtigen Wiener. 1996 bis 1998 rundete er den Globus in einer 8,40 Meter kleinen Wolf 766. Im antarktischen Sommer 2000/01 segelte Sedlacek als erster Österreicher nonstop um die Antarktis und legte dabei 14.315 Seemeilen in 93 Tagen zurück. 2004 begann er seine Karriere in der Imoca-Open-60-Klasse und nahm zwei Mal an der Vendée Globe teil. Einmal scheiterte er wegen eines Schadens am Kiel.

Aus meteorologischer Sicht steht dem Start nichts entgegen. Im Gegenteil: Am Sonntag sollen sich vor der französischen Küste sommerliche Bedingungen und leichte Winde aus Nordost einstellen.


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