Stunde der Sieger
Europas Yacht des Jahres 2011

Exklusiv: die Gewinner – auffälligste Gemeinsamkeit: Es geht bei allen wieder um Segelspaß, nicht mehr nur um Raum und Design

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 22.01.2011

Jeanneau Sieger Family-Cruiser: Jeanneau 409

Europas Yacht des Jahres 2011

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Europas Yacht des Jahres 2011

Oscar-Stimmung in Düsseldorf. Am Samstagabend wurden beim Branchentreff der boot und des Delius Klasing Verlags Europas Yachten des Jahres prämiert: Elan 350, Jeanneau Sun Odyssey 409, Saffier 23 und die X-Yachts XC-38.

Es waren die wohl engsten Entscheidungen seit Beginn der weltweit renommierten Auszeichnung vor acht Jahren. In allen Kategorien gab es mehr als einen aussichtsreichen Kandidaten.

Mit dabei gleich vier Boote aus deutscher Produktion: Bavaria Cruiser 45, Dehler 32, Hanse 445 und die Sirius 35 DS. Aus Österreich war die Sunbeam 42.2 nominiert. Alle fünf überzeugten die internationale Jury, die sich aus den Testleitern und Chefredakteuren der elf führenden europäischen Segelmagazine zusammensetzt. Die meisten waren bis zum Schluss im Rennen um den Sieg dabei.

Bei den mehrtägigen Tests vor IJmuiden und Barcelona, die bei idealen Bedingungen mit frischem bis starkem Wind stattfanden, zeichnete sich vor allem ein Trend ab: Die Bootsbauer setzen wieder auf Segelspaß.

Nach Jahren, in denen das Hauptaugenmerk vor allem auf Wohnkomfort und Volumen unter Deck lag, geht es jetzt auch bei den Großserienherstellern verstärkt um Leistung, gute Kontrolle und Balance.

Nirgends wurde dies deutlicher als bei den Performance-Cruisern. Hier siegte die Elan 350 aus Slowenien gegen starke Konkurrenz.

Gleich drei der fünf Nominierten weisen Merkmale moderner Offshore-Racer auf: Wie die Siegerin verfügt auch die Beneteau First 30 und die Azuree 40 über ein breites, lotrecht abfallendes Heck, Kimmkanten und Doppelruder – Kennzeichen der Class-40- und Open-60-Klassen.

Sie ermöglichen volle Kontrolle auch bei viel Druck. Alle drei Boote segeln ab 4 bis 5 Bft. gewissermaßen im „Overdrive“ – sie gleiten an und beschleunigen auf ihrer eigenen Welle. Sowohl die Azuree als auch die Elan loggten 14 Knoten unter Gennaker. Aber auch am Wind lassen sie sich sauber steuern.

Für die Jury steht fest: Diese Konstruktionsform setzt Trends. Denn sie ermöglicht achtern auch ein großes Raumangebot. So erreichte die Elan 350 ihren Sieg vor allem deshalb, weil sie bei aller Sportlichkeit voll tourentauglich bleibt. Gute Cockpitergonomie, ein moderater Grundpreis und die saubere Verarbeitung gaben weitere Pluspunkte.

Bei den Fahrtenbooten aus Großserie, den Family-Cruisern, machte Jeanneau das Rennen mit der 409. Sie schaffte es, die Messlatte, die Dufour vor einem Jahr mit der damals prämierten 405 Grand’Large hoch gelegt hatte, noch einmal zu toppen.

Ihre Stärken: variabler Segelplan durch verschiedene Vorsegeloptionen (Sebstwendefock, Genua 1 oder 3), auf kleine Crews zugeschnittenes Leinenhandling im Cockpit, lebendige Segeleigenschaften, elegante Linien und ein Ausbau, der gleichermaßen großzügig wie gediegen wirkt. Damit sammelte die 409 trotz der starken Konkurrenz von Bavaria und Hanse in dieser Klasse die meisten Stimmen. Neun von elf Jurymitglieder sahen sie auf Anhieb vorn.

Auch in der gehobenen Kategorie, den Lxusyachten, war ein exquisites Feld beisammen. Hier setzten sich die Contest 57 und die XC-38 etwas ab. Am Ende siegte X-Yachts, zum zweiten Mal in dieser Klasse seit 2009.

Den Ausschlag für die Entscheidung gab die rundum gelungene Vorstellung der dänischen Konstruktion, die sowohl auf See als auch im Hafen überzeugte. Ein geräumiges, gleichwohl noch gut von kleiner Crew zu führendes Schiff, das wertig wirkt, zeitlos und sehr solide gebaut ist. Lebendig auf dem Ruder, flink, braucht die XC bei Starkwind rasch ein Reff. Teuer zwar, aber in der Kategorie der Luxusyachten führt das nicht zur Abwertung.

Bei den Besonderen Booten fuhr die Kleinste allen davon. Die Saffier 23 aus Holland bietet simples Segelvergnügen, ästhetische Freude und passt binnen wie buten. Sie segelt recht steif, unglaublich agil, ist dabei leicht zu bedienen und punktet mit E-Antrieb auch noch im Bereich Innovation.

Nur zwei Boote konnten hier nicht in die Entscheidung eingreifen. Trotz Zusage verpassten die Knierim P33 und die J 95 die Tests, die Bedingung sind für eine erfolgreiche Teilnahme.

Die YACHT, Initiatorin und Organisatorin der Wahl zu Europas Yacht des Jahres, gratuliert allen siegreichen Werften und Konstrukteuren! Sehen Sie ab Montag 15 Uhr das Video über die Gewinner und die Preisverleihung – hier bei YACHT tv.


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