ARC-Blog

Europa goodbye!

Heute Mittag starten fast 200 Yachten mit der Atlantic Rally for Cruisers gen Karibik, darunter die "Moana" von Weltumseglerin Mareike Guhr. Ihr Blog von Bord

Pascal Schürmann am 24.11.2019
Arc blog guhr
M.Guhr/magsail.com

Guhr und ihre ARC-Crew

ARC-Blog Nr. 2

"Samstagnacht. Mit dem letzten Böller des Abschlussfeuerwerks kehrt Stille ein. Jetzt wird es ernst, und jeder hält gedanklich inne, um sich zu sammeln. Mit dem Stress und der Hektik der letzten Tage ist nun Schluss.

Alle machbaren Vorbereitungen sind abgeschlossen. Auch der Kühlschrank läuft wieder. Das Schiff ist randvoll mit Proviant und Ersatzteilen, gefühlt wiegt "Moana" momentan ein paar Tonnen mehr. Für Multis nicht gerade ideal. Aber wir sind gut vorbereitet.

Mehr geht nicht. Morgen geht es los. Wir freuen uns darauf, aber bei manch einem ist auch die Anspannung zu spüren. Was erwartet uns in den kommenden Wochen? Wird alles gut gehen? Morgen Abend sind wir bereits auf See.

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Die letzten Vorbereitungen für den Start

Ich habe den letzten Tag genutzt, um noch ein paar andere Schiffe zu besuchen. So war ich nach dem Skippers Briefing endlich bei Manfred Kerstan, der morgen zu seiner 25. (!) ARC startet, und habe mir seine "Albatro"s, eine Oyster 82, angeguckt.

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Guhr mit "Mister ARC" Manfred Kerstan

Manfred kenne ich schon ewig , aber die Oyster sehe ich zum ersten Mal. Früher fuhr der Berliner eine Swan 65. Das neue Schiff ist riesig, und Manfred hat mit seinen 82 Jahren eine mächtige Aufgabe zu stemmen. Aber der alte Hase  fährt das große Schiff mit jahrelanger Routine, immer wieder mit Gästen an Bord, und will auch im kommenden Jahr nochmal mit dabei sein. "Einmal fahr ich noch, was soll ich denn sonst machen?", beschreibt der Salzbuckel sein Selbstverständnis.

Auf Ponton Lima liegt die "Hatha Maris" - mir will bei dem Schiffsnamen immer sofort die Spionin Mata Hari einfallen, und tatsächlich wird die Dufour 40 von acht außergewöhnlichen Frauen gesegelt. Immer schon wollte ich so gerne mal mit einer reinen Frauencrew bei der Transatlantik-Rally starten, aber immer haben sich eine paar Männer dazu gesellt.

Ich beneide Skipperin Danielle ein bisschen, dass sie geschafft hat, was ich so lange versucht habe - aber sofort denke ich, dass ich meine jetzige Crew trotz Männerüberschuss auf keinen Fall hergeben will. Kay, Christina, Basti, Norbert und Wolfgang kannten sich vorher nicht und haben in den vergangene sieben Tagen mit ungeheurer, vereinter Energie "Moana" vorbereitet. Angereist sind fünf Individuen. Nun starten wir als Team. Jetzt fehlt nur noch der richtige Wind!"

DIE SKIPPERIN

Mareike Guhr, Segelsportjournalistin, Buchautorin und Weltumseglerin, ist zu ihrer nächsten großen Reise gestartet. In diesem Sommer hat sie mit ihrem Katamaran "Moana" das Mittelmeer durchquert und sich auf den Weg zu den Kanaren gemacht. Von Las Palmas di Gran Canaria aus segelt die Hamburgerin nun mit Gästen an Bord im Rahmen der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) über ihren "Hausozean", wie sie den Atlantik nennt.

Und das nicht nur zum Vergnügen, sondern auch, um sich um ihr Hilfsprojekt zu kümmern. Mit ihrem Verein "Island Child Care" versorgt Guhr Kinder auf Inseln in Drittweltländern, die am besten mit dem Schiff erreichbar sind.

Während etwas mehr als 90 Boote mit der ARC-plus bereits vor zwei Wochen gestartet waren, um auf dem Weg in die Karibik erst noch einen Zwischenstopp auf den Kapverden einzulegen, wird es für die verbliebenen knapp 200 Nonstop-Crews am heutigen Sonntag ernst. Dann erfolgt der Start zu der 2700 Seemeilen langen ARC-Strecke von Gran Canaria nach St. Lucia.

Guhr startet mit sechsköpfiger Crew in der Multihull-Division. "Wir wollen keine Rekorde aufstellen, aber natürlich so schnell und so sicher wie möglich in der Karibik ankommen", sagt die 51-jährige Skipperin. Auch auf ihren anschließenden Etappen nimmt die leidenschaftliche Seglerin wieder Gäste mit an Bord.

Ihre "Moana" ist ein Katamaran vom Typ Nautitech 47 aus dem Jahr 2009. Ihn hatte die Skipperin erst in diesem Jahr in Griechenland gekauft, einem umfangreichen Refit unterzogen und für große Fahrt ausgestattet. Mehr Infos zum Törn und zum Boot finden sich auf Guhrs Website.

Über die anstehende Atlantikpassage und die Teilnahme an der Atlantic Rally for Cruisers berichtet Mareike Guhr ab sofort regelmäßig auf YACHT online.

Pascal Schürmann am 24.11.2019

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