Yachtbau

Es gibt schon eine neue „Freydis“!

Heide und Erich Wilts haben nach dem Verlust ihres Schiffs einen Kasko gekauft. Bereits zur nächsten Saison wollen sie wieder auf See

Uwe Janßen am 08.06.2011
Die neue Freydis

Erich Wilts auf dem Kasko seiner neuen „Freydis“

In einem bewegenden Interview in der aktuellen YACHT über den Verlust ihrer „Freydis“ nahe Fukushima im Tsunami haben die 69-Jährigen es bereits angekündingt: „Im Moment tendieren wir dazu, einen Rumpf zu kaufen und selbst auszubauen.“ Gerade kam das Heft in den Handel, da ist es schon so weit – sie haben eine neue „Freydis“.

Mit dem Kauf schließt sich auf wundersame Weise ein Kreis. Nach Jahren auf See – Erich Wilts gilt mit über 300.000 geloggten Meilen als befahrenster deutscher Skipper – erwogen die Blauwassersegler bereits, ihre „Freydis“ durch eine optimierte Nachfolgerin zu ersetzen. Sie fürchteten, dass die Yacht durch eine Strandung im Orkan in der Antarktis „auf Dauer nicht mehr den Belastungen standhalten würde“.

„Freydis“-Eigner Wilts

Heide und Erich Wilts auf der „Freydis“

Die Yachtwerft Benjamins in Emden baute ihnen daraufhin einen 16 Meter langen Aluminium-Kasko, wiederum nach einem Riss von Kurt Reinke. Der Konstrukteur nannte diese besonders verstärkte Spezialversion 16 M Ice, wegen der Tauglichkeit zur Fahrt in den Polarregionen. Sie verfügte über einen größeren Deckshaussalon, einen aufholbaren Kiel unter waagerechter Rumpfplatte und dreifach ausgeführten Boden zum problemlosen Trockenfallen. 

Aber schließlich entschieden sich die Wilts dann doch, die bewährte „Freydis“ von 2002 bis 2004 aufwändig zu überholen. 180.000 Euro steckten sie in das Projekt. Und der neue Kasko wurde wieder verkauft. 

Ein angehender Weltumsegler aus Lübeck war derart angetan von dem Bootstyp, dass er sich ebenfalls bei Benjamins ein Schwesterschiff bauen ließ. Nachdem sich seine Pläne für die ganz große Fahrt aber zerschlagen hatten, stand diese Kasko-Kopie wiederum zum Verkauf – und die Wilts griffen zu.

Die „Freydis“ an den Klippen

Die „Freydis“, von Wellen überspült, an den Klippen

Mit dem Ausbau des Schiffs soll bereits kommende Woche unter aktiver Beteiligung der neuen Eigner bei Yachtbau Matzerath in Düren begonnen werden. Wenn dabei alles nach Wunsch verläuft, wollen die Wilts schon zur kommenden Saison wieder auf große Fahrt gehen: „Wir wälzen bereits Törnpläne.“

Alle Hintergründe zum Verlust der alten „Freydis“ und über den verzweifelten Versuch der Wilts, sie aus atomar verstrahltem Gebiet zu retten, lesen Sie in der neuen YACHT.

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Uwe Janßen am 08.06.2011

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