Darßer Ort
Es darf wieder gebaggert werden

Das Nationalparkamt hat die erforderliche Ausbaggerung der Zufahrt des Nothafens genehmigt. Das "Ob" und das "Wann" sind trotzdem ungewiss

  • Lasse Johannsen
 • Publiziert am 28.05.2015

YACHT/N. Theurer Seenotkreuzer in der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort

Das Nationalparkamt Vorpommern hat die Genehmigung für Baggerarbeiten an der Zufahrtsrinne des Nothafens Darßer Ort erteilt. Damit ist die größte formaljuristische Hürde umschifft. Das Amt untersteht dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Schwerin und ist zuständig für den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft . Mit der Genehmigung kann nun das zuständige Straßenbauuamt Stralsund die Baggerarbeiten ausschreiben.

YACHT/N. Theurer Rings um den Hafen hat die Natur das Sagen. Der Ort liegt im Kern des Nationalparks

Die Zeit ist knapp

Dafür sind ihm allerdings zeitlich enge Grenzen gesetzt. Denn die Baggerarbeiten dürfen aus Umweltschutzgründen nicht vor dem 24. Juni beginnen und müssen bis zum 4. August abgeschlossen sein. Ob die verbleibende Zeit für das Ausschreibungsverfahren ausreicht, erscheint äußerst fraglich.

Dabei ist der Erhalt des Hafens mehr als nötig. Denn er ist nicht nur als Etappenstopp für Sportschiffer in Notsituationen von Bedeutung, sondern vor allem für die Seenotretter, die hier den Seenotkreuzer "Theo Fischer" stationiert haben. Auf der Internetseite der DGzRS heißt es über diese Station:

Im Nothafen Darßer Ort, dem einzigen Hafen auf einem langen Küstenstreifen ab Warnemünde Richtung Osten, ist der Seenotkreuzer THEO FISCHER stationiert. In unmittelbarer Nähe zum Seeschifffahrtsweg Kadetrinne, die hier für die Großschifffahrt zum Nadelöhr wird, kommt der Station eine entscheidende strategische Bedeutung zu.

und weiter:

Die DGzRS hat den Seenotkreuzer in den vergangenen Jahren mehrfach in das relativ weit entfernte, östlich gelegene Barhöft verlegen müssen, da die Zufahrt zum Schutzhafen immer wieder versandet.

YACHT/N. Theurer Gefahr für die Natur? Segler liegen im Nothafen Darßer Ort

Mittlerweile wurde der Bau eines umstrittenen Hafenprojekts am Ende einer langen Seebrücke vor Prerow beschlossen, um den Naturschützern nachzugeben.

Messen Naturschützer mit zweierlei Maß?

Der Hafen Darßer Ort wird seit 1994 vom World Wild Life Found (WWF) übernommen. Er darf von Seglern nur in Notsituationen angelaufen werden. Angestrebt wird, das Gebiet um den Hafen wieder komplett der Natur zu überlassen.

Ob Segler durch die Nutzung des Hafens der Natur überhaupt ernsthaften Schaden zufügen würden, wird heiß diskutiert. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die in 800 Metern Entfernung angrenzende Campinganlage "Regenbogen" nicht aus Naturschutzgründen in Frage steht. Deren Betreiber beschreiben ihre Anlage selber wie folgt:

"Unsere Ferienanlage in Prerow erstreckt sich über zweieinhalb Kilometer am Traumstrand von Prerow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Einmalig ist hier, dass Ihr Wohnwagen auf diesem breiten, weißen Strand stehen darf. Unsere Trecker schleppen ihn dorthin. Oder Sie bauen Ihr Zelt direkt in den Dünen auf. Am Abend sitzen Sie vielleicht im Ristorante "Arcobaleno", sehen unsere Show auf der Bühne oder beobachten bei einem Glas Wein, wie das bunte Treiben im Zentrum langsam leise wird."

google earth Nothafen und Campingplatz


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