Pitter 1000 Miles Race

Erste Etappe gemeistert

Das YACHT-Leser-Team hat sich ins Ziel gekämpft: Nach über vier Tagen erreicht die Crew der "Luna Mare" das erste Etappen-Ziel des Pitter 1000 Miles Race

Andreas Fritsch am 19.10.2018
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YACHT / A. Fritsch

Es war ein hartes Stück Arbeit: viel Am-Wind-Anteile, mit ruppigen Nächten, in denen die Segler in der Koje gut durchgeschüttelt wurden, nervenzehrende Flautenabschnitte mit 0,0 Knoten Wind- und Bootsspeed, viel Haare-Raufen über Routing-Wettermodellen, die sich nicht einig waren, was der schnellste Weg ist. Aber auch grandiosen Momenten: Unter Gennaker umspielten fast eine Stunde lang bei hellem Mondlicht Delphine den Bug unser "Luna Mare". Mit sieben Knoten Bootsspeed im Stockdunkeln im 400 Meter Abstand durch die Steinhaufen der kroatischen Inseln navigieren. Nach dem Aufstehen zur Wache freudestrahlend von der Crew informiert werden, welchen Gegner man nachts kassiert hat. Das Erleben, dass man Müdigkeit, Seekrankheit und Probleme gemeinsam meistert.

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Auf der Kante

Das Abenteuer, sechs Rookies auf ihrer ersten Hochsee-Langstrecken-Regatta zu begleiten, erweist sich als Volltreffer. Tabea Send, Friederike Wilbert, Fabian Claußen, Jan Godts, Konstantin Krüger, Boris Tempelin, sie sind als Crew richtig gut zusammengewachsen. 494,7 Seemeilen haben sie das Boot so schnell gesegelt, wie es ging – oder uns möglich war, denn zugegeben, wir lernen noch. Andere Crews fanden immer wieder einen höheren Gang für die Bavaria 45. So reichte es auf der ersten Etappe – vor der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses – für Platz sechs. Unzufrieden ist wohl keiner so richtig, nur Fabian wurmt es etwas, dass die BMW-Segelsport-Kollegen, die wir so lange hinter uns halten konnten, doch kurz vor dem Ziel durchgegangen sind.

Verwehrt blieb aber der Zieldurchgang unter Segeln: Die vielen Am-Wind- und Leichtwind-Anteile haben es nur zwei Crews in unser Einheitsklasse der Bavaria 45 Cruiser möglich gemacht, im Zeitlimit die Linie zu überqueren. Alle anderen mussten die Maschine anwerfen, um es zur Deadline für den Re-Start am Samstag zu schaffen. Pitter Yachting hat dafür ein faires System entwickelt, um das Problem in den Griff zu bekommen, das das Mittelmeer mit seinen Flauten durchaus mit sich bringt: Wird der zuvor verplombte Motor gestartet, wird die Reststrecke mit dem bisherigen Durchschnitts-Speed plus einem Strafaufschlag gewertet.

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Die Crew: Tabea Send, Konstantin Krüger, Friederike Wilbert, Boris Tempelin, Jan Godts, Fabian Claußen und YACHT-Redakteur Andreas Fritsch  (von links)

First ship home war erwartungsgemäß der Class 40 "Ola" von Ivica Kostelic, der kurz vor Wolfgang Koszar mit seiner brandneuen und zugleich der letzten Bavaria 65 "Naboo" über die Linie ging.

Nun geht es heute Abend in Levkas zur Siegesfeier und dann zügig zu den Vorbereitungen für den Re-Start: Boot (und Segler) waschen, das salzige Ölzeug spülen, einkaufen. Und vor allem: Das gemeinsam Erlebte teilen, mit anderen Crews ein Bier trinken und die Eindrücke einfach einwirken lassen. Ich sehe in den Gesichtern jedenfalls nur zufriedenes Grinsen.

Jan Godts erwischt die Crew vor dem Feiern schon mal beim Routing für die Rücketappe. Gut, dass keiner vorher geschaut hat: Es werden wohl 500 Meilen am Wind – und zwar mit reichlich Wind.

Andreas Fritsch am 19.10.2018

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