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„Entscheidung nicht vor der Sommerpause“

Eine Podiumsdiskussion des Kreuzer Yacht Club Deutschland (KYCD) am gestrigen Donnerstag befasste sich mit den Regulierungsplänen der Bundesregierung für den Wassersport.

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 04.05.2007

Bei der Veranstaltung in Hamburg trafen sich Vereins-, Firmen- und Verbandsvertreter um die derzeit in Bonn und Berlin diskutierten Verschärfungen von Vorschriften zu erörtern.

Das Podium war besetzt mit Vertretern der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung, des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie, je zwei Ausbildungsexperten und Medienvertretern sowie dem FDP-Bundestagsabgeordneten Burkhardt Müller-Sönksen. Zu einer erbitterten Diskussion indes kam es nicht - zum Protest gegen die Pläne gab es keine im Grundsatz abweichenden Meinungen.

Deutlich wurde hingegen das Maß der allgemeinen Verärgerung über die Vorhaben der Bundesregierung. So sollen Vereine und Landesverbände auch unabhängig vom Deutschen Segler-Verband eigene Protest-Initiativen gestartet haben. Auch der KYCD, der seine Mitglieder bereits früher zur Teilnahme an der Unterschriften-Aktion der YACHT aufgerufen hat, will seine Aktivitäten noch einmal verstärken. Seine Argumente hat der Club in einem Positionspapier ausformuliert (siehe www.kycd.de ).

Auf der Veranstaltung stellte Burkhardt Müller-Sönksen den Entwurf eines neuen Antrags vor, den die FDP zu dem Thema im Parlament einbringen will. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, „alle weiter gehenden Regulierungsmaßnahmen in der Sport- und Freizeitschifffahrt zu unterlassen, solange eine differenzierte Analyse des Unfallrisikos ... nicht möglich ist und das Sicherheitsniveau keinen akuten Handlungsbedarf erkennen lässt“. Mit einer endgültigen Entscheidung rechnet der Bundestagsabgeordnete aber „nicht mehr vor der parlamentarischen Sommerpause“.

All ihre Erwägungen begründet die Bundesregierung mit Sicherheitsbedenken, sie prüft deshalb unter anderem zusätzliche Ausrüstungspflichten, eine Kennzeichnungspflicht (verbunden mit einer Registrierung) sowie die Begrenzung der Gültigkeit des Sportbootführerscheins See. Dass ein signifikantes Unfallrisiko beim Segeln besteht, hatte die Große Koalition allerdings bereits selbst dementieren müssen. Dieser Sachverhalt wurde auf der Podiumsdiskussion durch neue Statistiken bestätigt, die allerdings noch nicht zur Publikation freigegeben sind.


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Themen: bundesregierungDSVProtestReformRegulierung

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