Corona-Krise

Endstation Karibik? Deutsche Segler planen Törn nach Hause

Die Hurrikan-Saison in der Karibik rückt näher, viele Langfahrtsegler müssten bald weiterreisen. Doch die Corona-Pandemie macht das derzeit nahezu unmöglich

Kristina Müller am 26.03.2020
Segeljungs Transatlantik in Quarantäne 2020 priv_image7
Segeljungs

Ankerbucht auf Curaçao. Wer hier derzeit vor Anker festsitzt, hat nicht so viel Sorge vor der Hurrikan-Saison wie Crews weiter im Norden der Karibik

Wie in Europa und überall auf der Welt hat sich auch das Leben für Segler auf großer Fahrt im Zuge der Corona-Pandemie im Handumdrehen geändert. In Zeiten von plötzlichen Grenzschließungen und touristischen Reiseverboten ist die Unsicherheit, nirgendwo mehr einreisen zu können und eventuell sogar ausgewiesen zu werden, groß. YACHT online hat bereits über die Lage einiger Crews berichtet.

Für all diejenigen, die derzeit mit ihrem Schiff in der Karibik sind, kommt allerdings erschwerend hinzu, dass dort im Frühsommer die Hurrikan-Saison beginnt und die Karawane der Langfahrtsegler normalerweise derzeit die Reise durch den Panamakanal in den Pazifik fortsetzt. Oder aber die Crew verholt ihr Boot an einen Platz außerhalb des Hurrikan-Gürtels.

Beides ist derzeit unmöglich, die Segler sorgen sich, wie es weitergehen wird.

Kein einfacher Weg zurück

Einen Ausweg sehen viele nun nur noch in dem großen Schlag zurück ins Heimatland. Für die deutschen Karibiksegler bedeutet das: gut 4000 Seemeilen zurück über den Nordatlantik, in Zeiten, in denen einen große Unsicherheit darüber herrscht, ob Etappenhäfen, etwa auf den Azoren oder in Westeuropa, Segler überhaupt hereinreinlassen. Und sei es nur zum Verproviantieren und Treibstoff-Bunkern.

Auch alle, die gar keine Weltumsegelung, sondern einfach eine anstehende Atlantiküberquerung gen Europa geplant hatten, stehen vor diesen Fragen. Die für so einen Törn benötigte Logistik wird zur immensen Herausforderung, Überführungscrews können beispielsweise nicht anreisen.

Unter den deutschen Karibik-Seglern formiert sich daher derzeit eine Initiative zum gemeinsamen Informationsaustausch und zur Kontaktaufnahme zu Behörden. In dem Netzwerk tauschen sich die Segler aus, welche Häfen noch angelaufen werden können und wie Ein- und Ausklarierungsregeln sowie die Versorgungslage vor Ort sind.

Krisenmanagement per WhatsApp-Gruppe

Zu diesem Zweck wurde am 24. März die WhatsApp-Gruppe "Sailing Home German" gegründet. Sie hat bereits über 100 Mitglieder – deutsche Blauwassersegler, die sich nun abstimmen und Informationen teilen, wie der große Sprung zurück trotz der Krise gelingen und wie von offizieller Seite Unterstützung eingeholt werden kann.

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Kristina Müller am 26.03.2020

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