Seenotfall
Einhandsegler auf Nordsee von sinkendem Boot gerettet

Eine Hubschraubercrew nahm den 53-jährigen Skipper aus dem Wasser auf, nachdem sich das Hochwinschen von Bord als unmöglich erwiesen hatte

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 09.08.2021
Segler gerettet, Schiff aufgegeben: Der Seenotrettungskreuzer "Bernhard Gruben" samt Tochterboot an der Unglücksstelle. Kurz darauf sinkt das Boot Segler gerettet, Schiff aufgegeben: Der Seenotrettungskreuzer "Bernhard Gruben" samt Tochterboot an der Unglücksstelle. Kurz darauf sinkt das Boot Segler gerettet, Schiff aufgegeben: Der Seenotrettungskreuzer "Bernhard Gruben" samt Tochterboot an der Unglücksstelle. Kurz darauf sinkt das Boot

DGzRS Segler gerettet, Schiff aufgegeben: Der Seenotrettungskreuzer "Bernhard Gruben" samt Tochterboot an der Unglücksstelle. Kurz darauf sinkt das Boot

Glück im Unglück hat am gestrigen Sonntag ein Einhandskipper auf der Nordsee gehabt: Er kam mit dem Leben davon, sein Schiff sank.

Mit einer Meldung über starken Wassereinbruch habe sich der 53-jährige Skipper eines Traditionsseglers am frühen Nachmittag telefonisch bei einem Freund gemeldet, heißt es in der Meldung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Mit einer ungefähren Positionsangabe leitete dieser die Information an die Seenotleitung Bremen weiter.

Die Bedingungen waren äußerst rau, als sich der Skipper offenbar auf den Weg nach Bremerhaven gemacht hatte: Im Weser-Jade-Gebiet herrschte starker Wind mit 6 Beaufort. Für den späteren Nachmittag waren Böen von 9 Beaufort angekündigt, also Sturm.

Zwei Rettungskreuzer der nächsten Seenotretter-Stationen, einer aus Horumersiel, einer aus Hooksiel, liefen in Richtung des Havaristen aus. Doch bevor sie das Suchgebiet überhaupt erreicht hatten, bot der ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 26“ aus Sanderbusch seine Unterstützung an. Er hatte soeben einen anderen Einsatz in der Region beendet.

Die Hubschraubercrew entdeckte den Havaristen nordöstlich von Wangerooge im Fahrwasser Mittelrinne zwischen Jade und Weser. Starker Seegang mit über zwei Meter Wellen setzten dem Holzboot stark zu.

Aufgrund der Takelage war ein direktes Anfliegen des Havaristen nicht möglich. Der Segler musste daher ins Wasser springen, um von der Hubschrauberbesatzung aufgenommen werden zu können.

Als schließlich die zwei Rettungskreuzer bei dem Traditionsschiff eintrafen, hatte dies bereits zu sinken begonnen. Eine Schleppleine auf dem führerlosen, stark in der See rollenden Schiff zu belegen war nicht möglich. Der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ sicherte das immer tiefer sinkende Schiff ab, bis ein Bundespolizei-Fahrzeug übernahm. Das mit der Tide schnell abtreibende Boot sank außerhalb des Fahrwassers.

In der Bekanntmachung für Seefahrer 100/21 des WSA Weser-Jade-Nordsee vom 09.08.2021 wird die Position 53° 52,96' N , 007°59,70' E als Ort des Untergangs angegeben – etwa 1,3 Seemeilen nordnordöstlich von Tonne 8. Vor Wrackteilen bei niedrigen Wasserständen wird gewarnt, die Position soll in möglichst weitem Abstand passiert werden.

Der Skipper wurde unteressen ins Krankenhaus geflogen. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut, heißt es seitens der DGzRS. Die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.


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Themen: DGzRSEinhandseglerHavarienNordseeSeenotUntergang

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