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Ein Sturm zieht auf: Biskayaüberquerung gegen die Zeit

Abiturient Lennart Burke berichtet von seiner Atlantikrunde und den Vorbereitungen fürs Mini-Transat 2021. Zu Beginn der Biskaya-Etappe zeigt diese die Zähne

Kristina Müller am 20.12.2018
Lennart Burke Andiamo
Burke/Ahlhaus

Gut tausend Seemeilen haben Lennart Burke und Valentin Ahlhaus, Freunde und ehemalige Melges-24-Segler aus Stralsund, seit dem Reisebeginn im August zurückgelegt und nach abenteuerlichen ersten Etappen schließlich Frankreich erreicht. Verhältnismäßig spät in der Saison wollen sie nun die Biskaya bewältigen.

Lennart Burke Atlantikrunde

Freunde und begeisterte Segler: Valentin Ahlhaus (l.) und Lennart Burke, die Eigner der IW-31 "Andiamo"

Am Tag nach unserer Ankunft in Camaret-sur-Mer ging es sofort ans Verproviantieren, denn ein günstiges Wetterfenster war in greifbarer Nähe und würde uns voraussichtlich eine angenehme Überfahrt erlauben. Wie viele andere auch, wählten wir A Coruña als Zielhafen. Knapp 340 Seemeilen und nicht ganz drei Tage auf See standen bevor.

Schneller als der Sturm?

Am frühen Abend des 2. Oktober brachen wir gemeinsam mit neuen Freunden der SY "Irma" auf. Wir segelten im Konvoi die französische Küste entlang und hielten Funkkontakt. Noch einmal überprüften wir die Wettervorhersage, und mittlerweile besagte eines der Vorhersagemodelle, dass ein Sturm, den wir schon hatten aufziehen sehen, nun etwas früher über die Biskaya hinwegziehen sollte: 50 Knoten Wind und fünf Meter Welle. Der Zeitpuffer von 24 Stunden, den wir hatten, war ein wenig geschrumpft. Für uns stand aber fest, dass wir weitersegeln würden, wir fühlten uns gut vorbereitet. Die Crew der "Irma" aber drehte ab, zurück in den Hafen.

Lennart Burke Andiamo

Glücksmomente des Langfahrtsegelns: Delfine am Bug

Bei anfangs schwachem Wind ließen wir den Motor mitlaufen, um fünf Knoten zu halten und somit dem Sturm zu entgehen. Den lang ersehnten Start zur Biskayaüberquerung feierten wir trotz der Wetterprognose mit einem kalten Bier, und wie bestellt kamen zugleich Delfine. Wie immer gab es nicht viel Schlaf in der ersten Nacht, sodass wir das Wachsystem auch tagsüber beibehielten. Delfine begleiteten uns weiterhin, und eine Walfamilie kreuzte unseren Kurs.

Auch an die Angel hatte endlich etwas angebissen, und sofort herrschte rege Aufruhr an Deck. 100 Meter Angelsehne per Hand einholen ist nicht einfach, wenn am Ende etwas daran zerrt. Stolz betrachteten wir unseren ersten Fang und begingen prompt den ersten Fehler: ein Foto des Fisches zu machen, bevor wir ihn an Bord hatten. Die Enttäuschung war groß, als in letzter Sekunde die Sehne aus der Pressung am Haken rutschte, der Fisch ins Wasser zurückfiel und im mittlerweile über 4000 Meter tiefen Wasser verschwand.

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Kristina Müller am 20.12.2018

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