Projekt
Ein Quadrimaran für saubere Meere

Der von Extremsegler Yvan Bourgnon initiierte Mehrrumpfer "Manta" soll dank Dyna-Rigg zu den Müll-Hotspots in den Ozeanen segeln und Plastikmüll einsammeln

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 01.03.2018
Vier Rümpfe und vier Masten – so der derzeitige Entwurf für das Schiff, dass einmal Müll aus dem Meer fischen soll Vier Rümpfe und vier Masten – so der derzeitige Entwurf für das Schiff, dass einmal Müll aus dem Meer fischen soll Vier Rümpfe und vier Masten – so der derzeitige Entwurf für das Schiff, dass einmal Müll aus dem Meer fischen soll

TheSeaCleaners Vier Rümpfe und vier Masten – so der derzeitige Entwurf für das Schiff, dass einmal Müll aus dem Meer fischen soll

Ein ehrgeiziges Projekt nimmt neue Formen an: Ab 2023 soll ein von Extremsegler Yvan Bourgnon erdachter Müllsammel-Mehrrumpfer Plastikmüll aus den Ozeanen fischen – nun haben die Initiatoren des Projektes ein neues Konzept für den Vortrieb des Hochsee-Quadrimarans erdacht.

Vier Masten mit Dyna-Rigg sollen das 80 Meter lange Schiff einmal antreiben, zusätzlich sollen zwei Windturbinen zur Stromerzeugung für Elektromotoren installiert werden. Ursprüngliche Pläne, laut derer das Schiff zunächst von konventionellen Segeln, später ausschließlich durch Elektromotoren angetrieben werden sollte, habe man wieder verworfen.

2016 gründete der Schweizer Bourgnon den Verein "The Sea Cleaners" mit Sitz im französischen La Trinité-sur-Mer, der hinter dem Bau des "Manta" genannten Müllsammelschiffes steht. Von 2013 bis 2015 war Bourgnon bei seiner Weltumsegelung im offenen Sportkatamaran (Porträt in YACHT 14/2015) stark mit der zunehmenden Verschmutzung der Meere konfrontiert worden – und will sie nun mittels des gigantischen Müllsammlers bekämpfen.

Klar sei, dass ein Schiff allein nicht reiche, um die Ozeane vom Plastikmüll zu befreien, doch man wolle sich auf stark verschmutzte Regionen konzentrieren und vor allem neuen Plastikmüll aufsammeln, bevor dieser auf den Meeresgrund sinke und sich allmählich zersetze. Außerdem soll das Projekt zur Aufklärung und Sensibilisierung beitragen.

"Die Idee ist, dass es in 25 Jahren viele dieser Schiffe geben wird, die Müll einsammeln werden" sagte Bourgnon jüngst im französischen Radiosender France Info. Die Pläne zum Bau des Schiffs wolle man daher frei zugänglich machen.

Zunächst einmal müssen die "Sea Cleaners" jedoch 25 Millionen Euro für Baunummer 1 einwerben – derzeit arbeite man noch an der Finanzierung. Doch schon im April sollen erste Aerodynamik-Tests in Frankreich durchgeführt werden.

www.theseacleaners.org

Einen Report über das Ausmaß des Plastikmülls in den Meeren sowie aktuelle Möglichkeiten und Erfolge des Gegensteuerns lesen Sie in YACHT 7/2018, die am 21. März erscheint.


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Themen: MantaMeeresverschmutzungSaubere OzeaneThe Sea CleanersYvan Bourgnon

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