Lizenzen
DSV suspendiert Schein-Prüfer

YACHT-Bericht über dubiose Prüfungsmethoden sorgt für Wirbel. Nun hat der Deutsche Segler-Verband die involvierten Personen freigestellt

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 27.09.2012

DSV Logo des Deutschen Segler-Verbands

In der aktuellen Ausgabe berichtet die YACHT über das Ergebnis ihrer Recherchen zu einem tödlichen Unfall auf einem Ausbildungstörn bei Fehmarn . In diesem Zusammenhang wurde eine dubiose Prüfungspraxis offenkundig: Anscheinend sind Sportschifferscheine ohne die vorgeschriebenen Leistungsnachweise erteilt worden. Der Deutsche Segler-Verband hat die mit dem Vorgang befassten Personen nun erst einmal suspendiert, die „zuständige Fach- und Rechtsaufsicht“ (DSV) prüft den Sachverhalt.

Nach dem YACHT-Report haben sich mehrere Zeugen in der Redaktion gemeldet, die weitere Beispiele zu Protokoll gaben, aus denen sich schließen lässt, dass solche Prüfungen entgegen den Vorschriften keineswegs Einzelfälle sind. „Augenscheinlich sind derartige Praktiken mancherorts durchaus üblich“, schreibt die YACHT bereits im Heft 21/2012, und das scheint sich durch die neuen Aussagen zu bestätigen.

Ein Leser erkundigte sich besorgt, wie denn die Haftungsfrage geregelt sei, wenn ein ungeprüfter Schein-Inhaber später einen Schaden verursacht. Nach Auskunft von YACHT-Rechtsexperte Dr. Heyko Wychodil trifft sie keine Schuld, wenn sie guten Glaubens zum Erwerb ihrer Lizenz angetreten sind, auch wenn die Prüfung am Ende nicht korrekt verlaufen sei. Dann seien auch keine Ansprüche im Schadensfall zu erwarten. Anders aber, wenn die Prüflinge bewusst Lücken im System suchten, um Ausbildungs- und Prüfungsinhalte zu umgehen. „Aber dann sprechen wir nicht nur über Haftungsfragen“, sagt Wychodil, „dann könnte das auch strafrechtlich relevant sein.“


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Themen: Deutscher Segler-VerbandDSV

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