Seglertag
DSV: Eintracht an der Ems

Delegierte wählen erstmals eine Frau ins Präsidium + Einiger Auftritt von DSV und STG + Führungsstabwechsel in der Geschäftsstelle

  • Lasse Johannsen
 • Publiziert am 30.11.2015

DSV/U. Schreiber DSV-Präsident Dr. Andreas Lochbrunner votiert mit den Delegierten und Gästen des Seglertages 2015 gemeinsam für die Kampagne "Olympia 2024 in Hamburg und Kiel"

Der alle zwei Jahre stattfindende Seglertag des DSV tagte am vergangenen Wochenende in Papenburg. Mit Spannung wurde erwartet, wen die Vertreter der rund 1.300 Mitgliedsvereine für das Amt des Vizepräsidenten für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport wählen würden.

Nach 127 Jahren die erste Frau im Präsidium

Mit dem klaren Votum für Mona Küppers, bisherige Chefin des Landesseglerverbandes Nordrhein-Westfalen, entschieden sich die Vereine erstmals, dieses Amt – es umfasst auch die Führung der Kreuzer-Abteilung – in die Hände einer Frau zu legen. Mehr noch. Seit seiner Gründung im Jahr 1888 sah der Spitzensportverband bislang kein weibliches Mitglied in den Reihen der Präsidiumsmitglieder.

Die Seglerin aus Oberhausen kann bei ihrer künftigen Arbeit auf einen breiten Erfahrungsschatz im Ehrenamt bauen. In den vergangenen Jahren engagierte sie sich zunächst als Jugendobfrau des Segler-Verbandes Nordrhein-Westfalen und später als dessen Vorsitzende, womit sie zugleich Mitglied des Seglerrates wurde. Seit 2014 setzt sich Mona Küppers als Beauftragte des DSV-Präsidiums für Gleichstellung und für den Schutz vor Gewalt im Sport ein. In ihrem neuen Amt will sich die begeisterte Fahrtenseglerin dafür engagieren, die Distanz zwischen DSV-Führung und den Seglerinnen und Seglern abzubauen.

Neuer Vizepräsident für spezielle Segeldisziplinen

Ebenfalls neu in das DSV-Präsidium wurde Walter Mielke vom Lübecker Yacht-Club gewählt. Der langjährige Wettfahrtleiter der Travemünder Woche löste Manfred Lenz in der Funktion als DSV-Obmann für spezielle Segeldisziplinen ab, der nach zwölf Jahren Amtszeit satzungsgemäß nicht wieder für das Amt kandidieren durfte.

DSV-Präsident Dr. Andreas Lochbrunner würdigte das jahrelange Engagement von Manfred Lenz und verlieh ihm die Goldene Ehrennadel des DSV. Timo Haß aus Starnberg wurde von den Delegierten in seinem Amt als DSV-Jugendobmann bestätigt. Die drei amtierenden Kassenprüfer Oliver Kosanke, Mathias Perret und Wolfgang Rabensdorf wurden wiedergewählt.

DSV/U. Schreiber Die neugewählten DSV-Präsidiumsmitglieder Walter Mielke und Mona Küppers

Einiger Auftritt von DSV-Präsidium und Sailing Team Germany

Als spannungsfrei wurde den Delegierten das Verhältnis ihrer gewählten Führung mit der Geschäftsführung des Sailing Team Germany (STG) präsentiert. Der erwartete Schlagabtausch über die schwelenden Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Förderung des Leistungssegelsports blieb aus. Lediglich dem Bericht des DSV-Schatzmeisters war zu entnehmen, dass es in diesem Zusammenhang zu Einigungsverhandlungen gekommen ist.

Diese sollen eine Schiedsklage abwenden, die der DSV gegen seinen Dienstleister angestrengt hat. Als unbegründet erwies sich in diesem Zusammenhang die Kritik am DSV-Präsidium, es habe für die laufenden juristischen Auseinandersetzungen mit der STG Anwaltkosten verursacht, die womöglich nicht autorisiert seien. Laut den Kassenprüfern war dieses Vorgehen satzungskonform. Nachfragen der Delegierten gab es hierzu keine.

Umstrukturierung der Geschäftsstelle und der Tochtergesellschaften

Ebenfalls am Rande erwähnt wurde eine Maßnahme, die bei näherer Betrachtung als äußerst bedeutsam einzustufen ist. Denn das Präsidium des Deutschen Segler-Verbandes hat dessen hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle und die Tochtergesellschaften in den vergangenen zwei Jahren umstrukturiert.

So wurden der Geschäftsführer des DSV-Verlages als auch der Generalsekretär ersetzt, Geschäftsbereiche ganzer Abteilungen neu aufgestellt und die Verlegung der Bereiche Technik, Jugend und Leistungssport nach Kiel-Schilksee beschlossen, wo der DSV bereits den Olympiastützpunkt und das Sportinternat eingerichtet hat. Die Stadt Kiel stellt für diese Geschäftsstellenbereiche Räumlichkeiten für einen Zeitraum von sechs Jahren mietfrei zur Verfügung.

Neu geschaffen wird im Zuge der Neustrukturierung eine ganze Abteilung, die künftig für die Medienarbeit in der gesamten Breite zuständig sein wird. Als erste Projekte stehen die Überarbeitung sämtlicher Veröffentlichungen des Verbandes auf der Agenda. Ziel der Maßnahmen sei es, den Verband in einen modernen Service-Dienstleister umzuformen.

Große Signale, große Hoffnungen auf deren Wirkung

Neben der inhaltlichen Arbeit, die Kompetenzen der Delegierten reichen laut DSV-Grundgesetz kaum über Personalentscheidungen hinaus, galt es auch auf diesem Seglertag, Signale zu entsenden. Deren erstes war die Unterstützung der Olympiakampagne Hamburgs, in deren Rahmen Kiel als Austragungsort der Segelwettspiele 2014 werden sollte – was dann gleichwohl scheitern sollte.

Außerdem verabschiedete der Deutsche Seglertag mit überwältigender Mehrheit eine Resolution zur Unterstützung der an der Ems beheimateten Seglerinnen und Segler.

DSV/U. Schreiber traditionell wurden auch auf diesem Seglertag zahlreiche Vereine für fundierte Ausbildung ausgezeichnet


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