Havarie

Drei Segler sterben im Gardasee

Die schlimmen Befürchtungen nach dem Bootsunglück vom Sonntag haben sich bewahrheitet – Angehörige bestätigen den Tod des Skippers

Uwe Janßen am 25.04.2012
Gardasee

Die Schauplätze der Tragödie am Gardasee, rekonstruiert nach Medienangaben

Gegenüber einem örtlichen Fernsehsender haben Verwandte von Georg G. aus dem Erlanger Stadtteil Büchenbach den Tod des 61 Jahre alten Architekten bestätigt. Der Skipper, seit mehr als 15 Jahren begeisterter Segler, war in der vergangenen Woche mit seinem Sechs-Meter-Boot und seinen beiden Freunden Peter L., 65, und Reinhard I., 71, zum Urlaub am Gardasee aufgebrochen. Von einem Ausflug am Sonntag kehrte das Trio nicht zurück. 

Mit G.s Boot "Gecko" waren die Männer trotz eines heraufziehenden Unwetters – und Medienberichten zufolge entsprechender Warnungen – am frühen Nachmittag vom Campingplatz  „Molino“ in San Felice del Benaco am Westufer des Sees losgesegelt. Als sie nicht zurückkamen, alarmierten die Campingplatzbetreiber die Rettungskräfte. Ein Hubschrauberpilot habe dann, so heißt es in der Lokalpresse, am Montag Georg G.s Leiche vor Desenzano entdeckt und abgeborgen.

Er soll mit T-Shirt, Shorts und Rettungsweste bekleidet gewesen sein, was erstens darauf hindeuten würde, dass die Situation völlig unterschätzt wurde, und zweitens den Verdacht nahelegt, dass der Skipper an Unterkühlung in dem um die 12 Grad kalten Wasser gestorben ist.  Eine Obduktion am Freitag wird darüber Klarheit bringen. Die unzureichende Ausrüstung mutet insofern seltsam an, als G. von Bekannten durchweg als "alles andere als ein Draufgänger" beschrieben wird. Zudem seien alle drei Segler körperlich topfit gewesen. Auch G.s Schwägerin beschreibt ihn als umsichtig und zudem reviererfahren: "Zum Gardasee ist er jedes Jahr gefahren.“ Sein Bruder erklärte der Nürnberger "Abendzeitung": „Segeln war seine größte Leidenschaft.“

Der Leichnam von Peter L., vormals Gastronom in Erlangen, wurde wenig später ebenfalls entdeckt, Reinhard I., Zahnarzt im Ruhestand, ist bis zum jetzigen Zeitpunkt verschollen, es besteht jedoch keine Hoffnung, ihn noch lebend zu finden. Die beiden sollen nach Informationen der "tz" vor zwei Jahren ihren Segelschein an der Adria gemacht haben.

Das gekenterte Boot haben die Retter im Süden des Sees zwischen Peschiera del Garda und Sirmione ausgemacht. Der genaue Unfallhergang ist noch völlig unklar. Bei dem aufgetretenen Starkwind, der mit Hagel einherging, können auf dem Gardasee meterhohe Wellen entstehen. Ein Revierkenner sagte: „Der See verzeiht in solchen Situationen nicht den kleinsten Fehler.“

Uwe Janßen am 25.04.2012

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