Diebstahl
Bootskriminalität auf niedrigem Niveau – aber das bleibt nicht so!

Corona-bedingt sind die Zahlen der Ausrüstungs- und Bootsdiebstähle 2021 zurückgegangen. Für 2022 erwarten Experten nun einen starken Anstieg

  • Max Gasser
 • Publiziert am 30.06.2022
2021 konnten 14 gestohlene Sportboote, acht Jetskis, 62 Außenbordmotoren und drei Bootstrailer im Gesamtwert von knapp einer Million Euro sichergestellt werden 2021 konnten 14 gestohlene Sportboote, acht Jetskis, 62 Außenbordmotoren und drei Bootstrailer im Gesamtwert von knapp einer Million Euro sichergestellt werden 2021 konnten 14 gestohlene Sportboote, acht Jetskis, 62 Außenbordmotoren und drei Bootstrailer im Gesamtwert von knapp einer Million Euro sichergestellt werden

YACHT/B. Scheurer 2021 konnten 14 gestohlene Sportboote, acht Jetskis, 62 Außenbordmotoren und drei Bootstrailer im Gesamtwert von knapp einer Million Euro sichergestellt werden

Insgesamt wurden in Deutschland 144 (2020: 149) Sportboote und 540 (541) Außenbordmotoren entwendet. Die Gesamtschadenshöhe liegt bei ungefähr 4,9 Millionen Euro. Die meisten Boote wurden in Nordrhein-Westfalen (26) gestohlen, bei den Motoren liegt Brandenburg seit vielen Jahren an erster Stelle (102). Das geht aus der aktuell veröffentlichten Bilanz des Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität hervor.

Auch aufgrund der 2021 noch vorhandenen Corona-Reisebeschränkungen blieben die Diebstahlzahlen in Deutschland auf nahezu gleich niedrigem Stand wie im Vorjahr. Die Experten erwarten jetzt jedoch einen deutlichen Anstieg, gerade im Bereich der Motoren.

Die Nachfrage sei so hoch wie selten zuvor, außerdem sind Ersatzteile und Neumotoren infolge der derzeit in allen Bereichen verknappten Marktsituation kaum oder nur mit langen Wartezeiten verfügbar.

Vor 21 Jahren nahm das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität Baden-Württemberg seine Arbeit auf und koordiniert in Deutschland seither die Fahndungsmaßnahmen nach gestohlenen Sportbooten, Außenbordmotoren und Sportboottrailern. Und das mit Erfolg: Waren es 2018 noch 988 gestohlene Außenborder, so sind es 2021 ganze 448 Fälle weniger. Die Arbeit der Fahnder ist europaweit ausgerichtet und insbesondere mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex und Europol eng verknüpft.

Neben Einsätzen in Rumänien konnten die Konstanzer auch ihren Kollegen aus Österreich in einem Fall erfolgreich zuarbeiten. Auf den Kapverden war eine unter österreichischer Flagge fahrende Charter-Segelyacht im Wert von 200.000 Euro verschwunden. Durch Abklärungen mit ebenfalls international tätigen Sachverständigen aus Hamburg konnte schließlich der Senegal als Zielort der Yacht ausgemacht werden. Dort wurde das Schiff schließlich auf Veranlassung der österreichischen Polizei durch die senegalesische Küstenwache aufgebracht und die Besatzung festgenommen.

Ausdrücklich warnen die Fahnder vor "faulen" Verkaufsangeboten im Internet, insbesondere im Zusammenhang mit Außenbordmotoren. Diese werden zum Teil mit professionell gefälschten Seriennummern versehen und sind von Laien nur schwer als Diebesgut zu enttarnen. Und auch gestohlene Sportboote werden im Netz mit auf den ersten Blick plausiblen Historien angeboten. Vorsicht sei immer geboten, wenn Dokumente fehlen und die Vorgeschichte unklar ist, so die Beamten.

Hier finden Sie eine Liste aller gegenwärtig vermissten Boote, Motoren und Trailer. (Bitte anklicken!)


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