Blauwasser

Die magische Acht – zweiter Versuch

Der US-Segler Randall Reeves ist erneut aufgebrochen, die Antarktis sowie ganz Amerika nonstop und einhand zu umrunden. Seine Yacht ist made in Germany

Pascal Schürmann am 02.10.2018
Moli und Randall Reeves
www.figure8voyage.com

Randall Reeves auf seiner "Moli"

Er ist wieder unterwegs, auch wenn er die erste Nacht mangels Wind vor Anker in einer Bucht nahe San Franciscos verbringen musste: Randall Reeves. Mit seiner "Moli", der ehemaligen "Asma" von Clark Stede, will Reeves einen zweiten Versuch unternehmen, die magische Acht zu absolvieren. 

Bereits im vergangenen Jahr war Reeves ebenfalls Anfang Oktober gestartet, um rund um Amerika und die Antarktis zu segeln – einhand und nonstop. Doch technische Probleme – seine Selbststeueranlage war kurz vor Kap Hoorn im Südpazifik gebrochen – zwangen ihn damals, einen Reparaturstopp in Ushuaia einzulegen. 

Technische Probleme und eine Kenterung machten Reeves ersten Versuch zunichte

Reeves setzte seinen Törn nach der Reparatur dennoch zunächst wie geplant fort. Dann aber geriet er im südlichen Indischen Ozean in einen schweren Sturm und kenterte; durch ein gebrochenes Kajütfenster drang so viel Wasser ein, dass unter Deck großer Schaden entstand. Reeves entschloss sich daher zu einem zweiten Stopp in Hobart/Tasmanien. Dort brach er seinen Versuch, die magische Acht zu segeln, schließlich ab und kehrte quer über den Pazifik zu seinem Ausgangsort an der Westküste der USA zurück. Dort traf er im Juli ein.

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Die geplante Reiseroute von Randall Reeves

Nun also Versuch Nummer zwei. Begleitet von einer kleinen Abschiedsflottille, hat Reeves gestern die Bucht von San Francisco verlassen. Da jedoch schon nach kurzer Zeit der Wind eingeschlafen ist und er drohte, in der Seeschifffahrtstraße mehr oder minder ohne Fahrt im Schiff zu treiben, entschloss er sich zu einem Ankerstopp in einer Bucht nördlich der Golden-Gate-Brücke. Spätestens morgen, so hofft Reeves, wird wieder genug Wind aufkommen, damit er mit seiner "Moli" auf Kurs gehen kann.

Die "Moli" ist als Ex-"Asma" bereits einmal um Nord- und Südamerika gesegelt

Die "Moli" ist in Deutschland keine Unbekannte. Ältere Segler werden sich erinnern, dass mit der 1989 bei Dübbel & Jesse gebauten 41-Fuß-Alu-Yacht der Fotograf und Langfahrt-Abenteurer Clark Stede eine fast schon legendäre Reise absolviert hatte. Als erster Privateigner umrundete er mit dem Boot, das damals noch "Asma" hieß, 1991/92 gemeinsam mit Michelle Poncini sowohl Nord- als auch Südamerika. Insbesondere die Durchquerung der Nordwestpassage, die seinerzeit keinesfalls schon jeden Sommer eisfrei war, geriet dabei zu einer enormen Herausforderung. Zwei Tage lang musste die "Asma" gar als Decksfracht an Bord eines Eisbrechers transportiert werden, um nicht im Packeis aufgerieben zu werden.

Moli

Die "Moli" ist die Ex-"Asma" von Clark Stede

Von der Nordwestpassage ist Randall Reeves noch weit entfernt. Sein Törn führt ihn zunächst gen Süden nach Kap Hoorn und von dort aus in östliche Richtung einmal komplett um die Antarktis. Erst danach wird er im Atlantik Kurs Nord gehen, um die Nordwestpassage von Grönland aus in westliche Richtung zu bewältigen. Schafft er das, braucht er danach "nur" noch im Pazifik wieder Kurs auf San Francisco zu nehmen, um die magische Acht zu vollenden.

Hat Reeves Erfolg, käme er Norbert Sedlacek zuvor

Gelingt ihm das alles, würde er auch dem Österreicher Norbert Sedlacek zuvorkommen. Der will mit seinem Vulkanfaserboot im kommenden Jahr im Juli gleichfalls einen erneuten Start wagen, die Acht zu segeln. Der erste Anlauf in diesem Sommer war schon kurz nach dem Start in Frankreich wegen technischer Probleme am Boot gescheitert.

Pascal Schürmann am 02.10.2018

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