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Unterschriftenaktion der YACHT in der Schlussphase – der DSV nimmt Stellung

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 25.05.2007

Am 31. Mai endet die Unterschriftenaktion der YACHT. Danach werden alle Einsendungen dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages überreicht – das Gremium kommt Mitte Juni zu einer vorentscheidenden Sitzung zusammen.

Somit besteht über das Pfingstwochenende die letzte Gelegenheit, bei den Entscheidungsträgern gegen die diskutierten Pläne zu neuen, kostenintensiven Regularien im Segelsport zu protestieren. Der bisher von den Seglern geleistete Widerstand scheint Wirkung zu zeigen. Es mehren sich die Indizien, dass zumindest einige der Vorhaben noch verhindert werden können.

Hinweise darauf liefert unter anderem der Antrag der Regierungsfraktionen . Zu den dort formulierten Vorschlägen äußert sich der Deutsche Segler-Verband (DSV) in einer Stellungnahme.

Die meisten Forderungen des Papiers (u. a. eine weitreichende Reform des Ausbildungswesens) werden vom DSV unterstützt. Zu manchen Punkten nimmt der Segler-Verband dezidierter Stellung und revidiert damit seine frühere Haltung. Im Einzelnen:

Antrag der CDU/CSU und der SPD: Der Deutsche Bundestag fordert die Regierung auf…
(Punkt 3) „… der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung den Auftrag zu erteilen, gemeinsam und in Abstimmung mit den Ländern eine zentrale Unfalldatenbank zu erstellen, in der die Unfälle mit Sportbooten gesondert erfasst werden“

Stellungnahme des Deutschen Segler-Verbands:
Bei der Forderung 3 (Auftrag zum Aufbau einer zentralen Unfalldatenbank) ist wichtig, näher zu definieren, was als „Unfall“ betrachtet wird. Vorgänge des Sportgeschehens, wie z.B. eine gekenterte Regattajolle sind keine „Verkehrsunfälle“.

Antrag der CDU/CSU und der SPD: Der Deutsche Bundestag fordert die Regierung auf…
(Punkt 10) …die Einführung einer Kennzeichnungspflicht im Seebereich analog zum Binnenbereich zu prüfen, wobei dem bürokratischen und finanziellen Aspekt große Bedeutung zuzumessen ist. Parallel ist die Flaggenzertifizierung durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie im Sinne einer Deregulierungsmöglichkeit in die Prüfung einzubeziehen.

Stellungnahme des Deutschen Segler-Verbands:
Der Forderung 10 (Einführung einer neuen Kennzeichnungspflicht im Seebereich analog der Kennzeichnungspflicht im Binnenbereich) wird erneut widersprochen. Dies ist weder erforderlich noch sinnvoll, weil es im Seebereich eine international einheitliche und weltweit gebräuchliche Kennzeichnung der Yachten mit Schiffname und Heimathafen gibt. Es gibt keinen Grund, deutsche Bootseigner zu „gläsernen Wassersportlern“ zu machen. Die von Wirtschaftsverbänden geforderten Marketingdaten können, wie in anderen Branchen auch, durch Marktstudien erhoben werden. Echte Sicherheits- oder gar Umweltprobleme, die ein Zwangsregister erfordern würden, sind in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht bekannt geworden. Wer Wassertourismus und Wassersport wirklich fördern und nicht zum seelenlosen Vorgang degradieren will, sollte im Übrigen akzeptieren, dass zum Segelsport auch eine Segelkultur gehört: Yachten haben Namen, nicht Nummern!

Antrag der CDU/CSU und der SPD: Der Deutsche Bundestag fordert die Regierung auf…
(Punkt 11) …eine Überprüfung der Fragenkataloge zum Erhalt der Funkzeugnisse vorzunehmen mit dem Ziel, den Inhalt auf für die Handhabung des Funkverkehrs notwendige Fragen zu begrenzen.

Stellungnahme des Deutschen Segler-Verbands:
Die Forderung 11 (Überprüfung der Fragenkataloge zum Erhalt der Funkzeugnisse) wird begrüßt. Dies ist auch in der Vergangenheit vom Deutschen Segler-Verband empfohlen und – in Teilbereichen – bereits erreicht worden.

Antrag der CDU/CSU und der SPD: Der Deutsche Bundestag fordert die Regierung auf…
(Punkt 12) … die bestehenden verbindlichem Ausrüstungsstandards zu überarbeiten, um klare und übersichtliche Vorgaben zu erzielen. zusätzlich soll eine Informationskampagne, die gemeinsam mit den Verbänden vorbereitet und durchgeführt wird, die Einhaltung der freiwilligen Sicherheitsstandards fördern.

Stellungnahme des Deutschen Segler-Verbands:
Die Forderung 12 (Überarbeitung der Ausrüstungsstandards) darf nicht zu gesetzlichen Verschärfungen führen. Einem erfolgreich funktionierenden System der Eigenverantwortung und der praktizierten Guten Seemannschaft ist der Vorzug vor neuen Reglementierungen zu geben.


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Themen: AktionDSVProtestRegulierung

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