Blauwasser

Deutscher Soloskipper legt ab zur Nonstop-Weltumsegelung

Der Düsseldorfer Georg Schimmelpfennig ist zu seinem Einhand-Törn rund um den Globus gestartet, den er ohne haltzumachen absolvieren will

Pascal Schürmann am 22.08.2018
Portrait Georg Schimmelpfennig Longueroute Einhand 2017 SSc_ STS_20170430_021
YACHT/S. Schorr

Am heutigen Mittag war es endlich so weit: Nachdem er gut zwei Wochen lang auf ein günstiges Wetterfenster gewartet hatte, ist der Einhandskipper Georg Schimmelpfennig mit seiner Cumulant 38 „Hekla“ von Bremerhaven aus zur Nonstop-Tour um die Welt losgesegelt. Der aus Düsseldorf stammende Segler ist Teilnehmer der Longue Route 2018, einer Art unverbindlichen Geschwaderfahrt, die anlässlich des 50-jährigen Golden-Globe-Jubiläums in Gedenken des franzöischen Segelhelden Bernard Moitessier stattfindet.

Insgesamt wollen in diesem Jahr 19 Segler aus unterschiedlichen Nationen die Longue Route bestreiten. Anders als bei der gegenwärtig parallel laufenden Golden-Globe-Revival-Regatta können die Longue-Route-Skipper Zeitpunkt und Ort ihres Starts zur Nonstop-Weltumsegelung selbst bestimmen.

Fotostrecke: Georg Schimmelpfennig setzt die Segel zur Nonstop-Tour um die Welt

Mit Schimmelpfennig sind nun zwölf Teilnehmer unterwegs. Die ersten, die schon vor Wochen gestartet sind, stehen dieser Tage bereits kurz vorm Kap der Guten Hoffnung. Angeführt wird die Longue-Route-Flottille momentan von der Deutschen Susanne Huber-Curphey auf ihrer „Nehaj“, gefolgt von ihrem Ehemann Tony Curphey auf „Nicola Deux“. Weiter hinten im Feld hat es hingegen schon einige Zwangsstopps und auch Komplettabbrüche gegeben.

Gleiches gilt für das Golden Globe Race 2018. Diese am 14. Juli in Frankreich gestartete und inzwischen nur noch zwölf Boote umfassende Flotte der Einhandsegler steht derzeit ebenfalls im Südatlantik, angeführt von Profisegler Jean Luc Van den Heede. Ein anderer aussichtsreicher Kandidat auf den Sieg, der Frazose Philippe Péché, hat dagegen verkündet, nach einem Bruch seiner Windfahnensteuerung Kapstadt anzulaufen. Dies bedeutet jedoch für ihn, fast drei Wochen per Hand steuern zu müssen.

Aller guten Dinge sind drei?

Und auch von einem anderen Deutschen Einhandskipper, der nonstop um die Welt möchte, gibt es Neuigkeiten: Peter Conrad, der in den zurückliegenden Wochen bereits zwei Startversuche unternommen hatte und der beide Male schon nach einem beziehungsweise zwei Tagen hatte abbrechen müssen, will gegebenenfalls noch einen weiteren Versuch unternehmen, sich seinen Traum doch zu erfüllen. Momentan liegt er mit seiner „Timshal“ weiterhin auf Borkum, wohin er infolge eines schweren Bandscheibenvorfalls vor rund zwei Wochen hatte abdrehen müssen. Nun plant er, sich und sein Boot nach England zu verholen, um dann von dort je nach gesundheitlicher Situation einen neuerlichen Nonstop-Weltumsegelungsversuch zu starten. 

Auch Georg Schimmelpfennig hatte von Conrads zweimaligem Scheitern gehört. Darauf angesprochen, ob er ebenfalls fürchte, sein Vorhaben rasch abbrechen zu müssen, zeigte sich der Ausdauersportler jedoch zuversichtlich. In einem Gespräch mit der YACHT unmittelbar vor seinem Aufbruch betonte er, sein Schiff sei bestens vorbereitet und er selbst fühle sich topfit.

Das ganze Interview, in dem Schimmelpfennig über seine allerletzten Vorbereitungen am Boot sowie seinen erst vor drei Wochen erfolgten Wechsel in den Ruhestand berichtet, erscheint in YACHT 19/2018, die in neun Tagen als Digitalausgabe sowie in 14 Tagen im Zeitschriftenhandel erhältlich ist. Hier auf YACHT-Online wird Schimmelpfennig zudem regelmäßig exklusiv von Bord aus über sein Vorankommen berichten.  

BesBoot Hekla Cumulant38 Schimmelpfennig Bremerhaven 2018 SSc_STS_20180520_Hekla067

Die "Hekla" auf der Außenweser

Pascal Schürmann am 22.08.2018

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