Unglück

Deutscher Skipper ums Leben gekommen

Vor der Küste Marokkos ist eine deutsche Segelyacht gestrandet. Der Skipper kam bei der Havarie ums Leben, die Skipperin wurde verletzt

Pascal Schürmann am 21.01.2013
Johanna

Das havarierte Schiff auf der Homepage des Skippers

Eine Motorsegelyacht mit Heimathafen Hamburg, die zuletzt in Portimão/Portugal gelegen hatte, ist in vermutlich unruhiger See beim Versuch, den Hafen von Rabat anzulaufen, gestrandet. An Bord war das deutsche Skipperpaar, das in Marokko nach Auskunft eines Angehörigen des Todesopfers Diesel bunkern wollte.

Über den genauen Hergang des Unglücks ist bislang nichts bekannt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte jetzt lediglich, dass bereits am vorvergangenen Sonntag bei dem Bootsunfall ein 55-jähriger Deutscher ums Leben gekommen und eine 53-jährige Deutsche verletzt worden ist. Die deutsche Botschaft in Rabat stehe mit der betroffenen Deutschen und den Angehörigen des Verstorbenen in Kontakt.

Bei dem Schiff handelt es sich um einen knapp 20 Meter langen Traditionssegler, der 1946 in der Werft Oskar Böhme in Cuxhaven als Fischkutter gebaut worden war. Er befuhr das Nordmeer, bis er 1991 zur Kutteryacht umgebaut wurde. Auf der Homepage des Skipperpaars heißt es weiter, das Schiff sei "trotz seiner nostalgischen Erscheinung technisch auf dem neusten Stand".

Ein Angehöriger des Opfers berichtete YACHT online, dass zum Zeitpunkt der Havarie viel Wind und hoher Seegang geherrscht habe. Vorhergesagt waren allerdings für den betroffenen Tag lediglich bis maximal 14 Knoten Wind aus West bis Nordwest. Jedoch war ein Seegang von rund zweieinhalb Meter prognostiziert.

Die Ansteuerung von Rabat ist als nicht ungefährlich bekannt. Vor allem bei westlichen Winden baut sich vor der Einfahrt eine bedrohliche Grundsee auf. Ein Video einer anderen Yacht auf YouTube zeigt diese Situation eindrücklich. Bei mehr als zwei Meter Seegang wird der Hafen daher von den Behörden normalerweise gesperrt. Ob dies auch an jenem Sonntag der Fall war, ist indes nicht bekannt.

Gefährliche Ansteuerung von Rabat

Nach Aussage des Angehörigen habe das Skipperpaar den Hafen nicht zum ersten Mal angesteuert. Zum Dieselbunkern seien die Segler wohl schon des Öfteren von Portimão nach Rabat gesegelt.

Das jetzige Unglück erinnert stark an den tragischen Fall der Segelyacht "Taube". Die war 2009 unweit nördlich von Rabat in einer ganz ähnlichen Situation beim Versuch, einen marokkanischen Hafen anzusteuern, havariert. Seinerzeit hatten sich ebenfalls gefährliche Brandungsseen vor der Hafeneinfahrt aufgebaut und das Schiff zum Kentern gebracht. Damals starben sechs junge Crewmitglieder.

Pascal Schürmann am 21.01.2013

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