Havarie
Deutsche Yacht vor Marokko gesunken

Eine Seglerin konnte sich retten, sechs Crewmitglieder haben hingegen vermutlich nicht überlebt. Waren die jugendlichen Segler zu waghalsig?

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 23.01.2009

Migrobirdo e. V. Die "Taube" Anfang Januar in Cabo de Pino westlich von Malaga

Bereits am Dienstag ereignete sich das Unglück vor der marokkanischen Atlantikküste nahe des Hafens von Mahdia. In laut Angaben des Auswärtigen Amtes bis zu acht Meter hohen Wellen sei das achteinhalb Meter lange Schiff gekentert. An Bord befanden sich Jugendliche aus Deutschland, Österreich, Dänemark und Slowenien.

Ob es sich bei der Besatzung um erfahrene Segler gehandelt hat, ist bislang unklar. Sicher ist aber, dass sie dem Verein "Migrobirdo" angehörten und die Seereise der Völkerverständigung dienen sollte. Der Törn stand unter dem Motto "Segeln in/für eine andere Welt".

Das Schiff, die "Taube", war in den vergangenen Monaten von wechselnden Crews von Deutschland über die Biskaya bis nach Spanien und Marokko gesegelt worden und sollte nun weiter Kurs auf die Kanaren nehmen. Danach war eine Überfahrt nach Südamerika geplant.

Eigentlich hatte das Schiff am Dienstag den Hafen der marokkanischen Hauptstadt Rabat anlaufen sollen. Aufgrund eines aufziehenden Sturms und starken Seegangs entschied sich die Crew dann aber, den nähergelegenen Ort Mahid anzusteuern. Vor dessen Hafeneinfahrt türmten sich die Wellen dann aber wohl derart stark auf, dass die Yacht schließlich kenterte.

Lediglich einer 19-jährigen Deutschen gelang es, sich an Land zu retten. Von den übrigen Besatzungsmitgliedern felht trotz intensiver Suche der marokkanischen Behörden jede Spur. Das Auswärtige Amt ließ verlauten, dass man damit rechnen müsse, dass niemand sonst das Unglück überlebt habe.

Zu den vermissten Deutschen zählen ein 28-jähriger Hamburger sowie zwei junge Männer aus Baden-Württemberg, 17 und 24 Jahre alt.


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