Havarie

Deutsche Yacht spektakulär gerettet

Eine in einer Bucht in den Kanälen Patagoniens gestrandete Bavaria ist in einer tagelangen Bergungsaktion von den Felsen gezogen worden

Pascal Schürmann am 15.02.2012
"Bomika" gestrandet

Die auf die Felsen geworfene "Bomika"

Bereits vor einigen Tagen schon ist die "Bomika", eine modifizierte Bavaria 40 Ocean (Bj. 2002), in einem Seitenarm des Beagle-Kanals von einem plötzlich aufziehenden Sturm überrascht worden. Die Ankerkette brach, der Propeller riss ab, und die Yacht wurde auf die Felsen geworfen. Das süddeutsche Eignerpaar Karl und Elisabeth Bohne, die seit 2008 auf Langfahrt sind, wurde von der chilenischen Marine abgeborgen.

Elisabeth Bohne, Bomika

Elisabeth Bohne, Skipperin der "Bomika"

Karl Bohne, Bomika

Karl Bohne, Skipper der "Bomika"

Gestern nun ist die "Bomika" erfolgreich nach Puerto Williams zurückgeschleppt worden. Zu verdanken ist dies einem Bergungstrupp, der aus mehreren chilenischen Seeleuten bestand sowie aus drei mit den Bohnes befreundeten Seglern, die sich mit ihren Yachten ebenfalls zurzeit in Feuerland aufhalten.

"Bomika"

Die "Bomika", als sie noch heil war: eine zur Langfahrtyacht mit Deckshaus umgebaute Bavaria 40 Ocean mit Mittelcockpit

Einer dieser Helfer war Michael Wnuk, der gemeinsam mit seiner Frau Nathalie Müller und den beiden Töchtern mit ihrer "Iron Lady" erst vor kurzem am südlichen Ende Südamerikas angekommen war. Er berichtet von einer drei Tage dauernden Bergungsaktion, während derer die Helfer versuchten, die an mehreren Stellen leckgeschlagene Bavaria abzudichten und von den Felsen zu ziehen.

"Bomika" Havarieposition

In einer Bucht nahe des Pia-Gletschers strandete die "Bomika". Von dort wurde sie rund 100 Seemeilen zurück nach Puerto Williams geschleppt

Von Hand räumten sie Steine und Felsen beiseite, brachten Fender und Baumstämme unter den Rumpf, drehten das Schiff mit Winden um die eigene Achse, arbeiten stundenlang im eiskalten Fjordwasser und benötigten unzählige Versuche, bis die Yacht endlich zurück ins Wasser fand. Danach folgte ein 100-Meilen-Schlepp durch die vom Sturm aufgewühlten Kanäle zurück nach Puerto Williams.

Iron Lady

Die Crew der "Iron Lady"

Wie es zu dem Unglück kam, welche enormen Anstrengungen erforderlich waren, das Schiff freizubekommen, wie verzweifelt die Lage zu Beginn und zwischendurch für das Eignerpaar, aber auch für die Helfer war, all das schildert Michael Wnuk ausführlich in einem packenden Bericht in der übernächsten YACHT (Heft 7, erscheint am 14. März 2012).

Pascal Schürmann am 15.02.2012

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online