Kriminalität

Deutsche Segler in Panama überfallen

Der Naturfilmer Thorsten Böhnke und die Meeresökologin Laura Winter wurden in einer Marina von zwei bewaffneten Männern brutal ausgeraubt

Pascal Schürmann am 14.09.2015
Per Anhalter über den Atlantik

Mit ihrer "Corinthian" ist das Seglerpaar unterwegs

Der Raubüberfall auf das deutsche Seglerpaar ereignete sich in einer Marina in Bocas del Toro, Panama. Thorsten Böhnke und Laura Winter saßen abends in der TV-Lounge der Marina mit ihren Computern und arbeiteten an ihrem Filmprojekt. Als Winter gegen 21 Uhr fortging, um Abendessen zu organisieren, wollte sich kurz darauf ein etwa 20-jähriger Mann Zutritt zu dem Marinagebäude verschaffen. Als Böhnke sich ihm entgegenstellte, zog der Mann eine Pistole, drang ins Gebäude und schlug auf Böhnke ein. Ein Komplize der Räubers kam dazu und packte dem Bericht Böhnkes zufolge drei Computer, mehrere Festplatten und ein Mobiltelefon ein. Dann suchten die Verbrecher das Weite.

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Naturfilmer Thorsten Böhnke

"Ich hatte nicht im Traum mit einem bewaffneten Überfall gerechnet. Es ist ungefähr so, als würde man zu Hause im Wohnzimmer sitzen, am Computer arbeiten, und zwei bewaffnete Männer kommen rein, prügeln auf einen ein und rauben einen aus", sagte Böhnke. "Ich wollte noch verhandeln, dass wir wenigstens unsere Festplatten behalten könnten, aber wie willst du mit jemandem verhandeln, der dir im Halbsekundentakt mit einer Pistole auf den Kopf schlägt."

Der Überfall ereignete sich bereits vor einer Woche, das Paar hatte aber erst jetzt die Möglichkeit, darüber zu berichten.

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Meeresökologin Laura Winter

Eigentlich sind die beiden Naturfilmer Thorsten Böhnke und Laura Winter in Panama mit ihrem 39-Fuß-Segelboot unterwegs, um die Schönheit der Natur und der Segelreviere für ihren neuen Film einzufangen. Das wird nun erst einmal schwierig. Den reinen Wiederbeschaffungswert der Computer beziffert Böhnke auf rund 7000 Euro. Der tatsächliche Schaden ist wesentlich höher, denn es gingen auch Filmdateien und teure Software verloren. 

"Wir waren gerade dabei, Sicherheitskopien von unseren Filmen zu erstellen, als sich der Überfall ereignete", berichtet der Filmemacher. Und weiter: "Das ist das zweite Mal, dass wir in Panama bestohlen worden sind. Erst vor zwei Monaten wurde uns nur 30 Kilometer entfernt ein Peli-Case mit einer Kamera und mehreren Objektiven entwendet."

Schon zum zweiten Mal bestohlen worden

Die Polizei vor Ort hat den Überall zwar aufgenommen, kann offenbar aber nicht viel ausrichten. Die beiden Independent-Filmer versuchen nun, ihre Ausrüstung auf eigene Faust wiederzufinden. Mit Postings im Internet und Zettelaushängen sowie einer Belohnung für die Wiederbeschaffung bitten sie die Einwohner von Bocas und Umgebung um Unterstützung. "Unsere Nachfragen sind aber nicht gerade ermutigend. Einige der Leute hier beklagen, dass sie selbst auch unter diesen Zuständen leiden, andere wollen gar nicht mit uns sprechen."

Um die Ausrüstung einfach neu zu kaufen, dafür fehlt es den Seglern an Geld. "Außerdem bekommt man die Geräte nicht mal eben im Computerladen an der Ecke. Wir wissen also noch nicht, wie es weitergehen soll. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass wir irgendwie weitermachen", so Böhnke. Die beiden denken darüber nach, eine  Crowdfunding-Kampagne zu starten, um die Produktion ihres gegenwärtigen Projektes zu realisieren.

Mehr Informationen sollen demnächst auf der Website www.hoch-am-wind.tv veröffentlicht werden.
 

Pascal Schürmann am 14.09.2015

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