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Der boot-Blog, Tag 5: Die Ente lebt

Etap meldet sich wieder zurück – mit altem Logo, neuen Preisen und dem Duft belgischer Waffeln

  • Martin-Sebastian Kreplin
 • Publiziert am 27.01.2010

YACHT/M. Kreplin Unauffällig: Etap mit kleinem Stand, aber großen Zukunftsplänen

In Halle 16, unweit des YACHT Standes, präsentiert sich die neu formierte Etap-Werft mit ihrer 22i. Ein bescheidener Auftritt für die Marke, die mal zu den renommiertesten Europas zählte.

Lange Zeit war es still um die belgische Werft, deren jüngste Geschichte immer eng verkoppelt schien mit der Düsseldorfer Messe. Vor zwei Jahren wurde hier die Übernahme durch Dehler bekanntgegeben. Vor einem Jahr dann der Konkurs kurz vor der boot. Und nun die Auferstehung?

Ganz klar ist noch nicht, mit wie viel Schwung und mit genau welchem Konzept die Werft durchstarten will, die es so faktisch gar nicht mehr gibt. Nach YACHT-Informationen sind die Produktionsanlagen nach Polen verbracht und dort nur zu kleinen Teilen wieder aufgebaut worden.

In jedem Fall: Die Ente, das einstige Markenzeichen der Boote aus Belgien, ist zurück. Mit altem Logo, altem Händlernetz und altem Sortiment will sich das Management neu aufstellen. Vom Kleinkreuzer bis zur Deckssalonyacht 46 DS sollen alle Modelle wieder gefertigt werden. Sehr ambitioniert!

Zu sehen ist auf der Messe allerdings nur die 22i, und die lässt in Teilen die Fertigungsqualität der alten Werft vermissen. Grobe Schnittkanten am Heckspiegel etwa wirken noch improvisiert.

Die gute Nachricht: Im Schnitt konnten die Preise um zehn Prozent gesenkt werden, der Einstieg in die Welt der Unsinkbarkeit beginnt damit laut Messeaushang bei 19.900 Euro.

"Wir planen, jährlich insgesamt 300 Einheiten zu fertigen, sobald der Betrieb wieder rund läuft", erklärt Nicolas Opsomer, Verkaufsleiter bei Etap. Auch das erscheint für den Moment ausgesprochen optimistisch.

Die Namen der Modelle wurden geringfügig geändert, die Boote selbst jedoch nicht. Tatsächlich sollen die Rümpfe zukünftig in Polen laminiert werden, die restliche Fertigung — also Ausbau und Montage — soll aber nach Opsomers Angaben weiterhin in Belgien erfolgen.

Angeblich ist sogar angedacht, ein neues Werk in Indien zu errichten. Es soll als Drehscheibe für die Erschließung des australisch-asiatischen Marktes dienen. Dort sieht die Werft noch großes Potenzial. Allein die Rückkehr auf den europäischen Markt allerdings dürfte erst mal Anstrengung genug kosten.

Zur Einstimmung gibt's für Kunden am Messestand belgische Waffeln. Riecht lecker. Dass da aber mal nix anbrennt!


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Themen: bootDüsseldorfEtapMesse

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