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Dee Caffari wieder auf Rekordkurs

Keine 5000 Seemeilen bis zum Ziel / Fast wäre die Solo-Nonstop-Weltumsegelung erneut am defekten Wasseraufbereiter gescheitert

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 13.04.2006

„Ich habe meinen Regentanz an Deck beendet, jetzt, wo ich wieder selber Wasser gewinnen kann.“ Das schreibt die Engländerin Dee Caffari, nachdem sie einige Tage lang um ihr Vorhaben bangen musste. Ihr Watermaker, ohne den sie kein Trinkwasser erhält, hatte zuvor zum wiederholten Male Probleme bereitet. Nun funtioniert er wieder.

Die junge Frau war am 21. November 2005 Großbritannien mit der 72-Fuß Yacht „Aviva“ gestartet. Ihr Ziel: rund um den Globus, gegen den Wind von Ost nach West, einhand und nonstop. Es ist der erste Versuch einer Seglerin. Bisher haben sich nur einige wenige Männer an diese Herausforderung gewagt, darunter Wilfried Erdmann.

Mittlerweile nähert sich Dee Caffari dem Ausgangshafen. Am 3. April passierte sie das Kap der Guten Hoffnung, ihre momentane Position ist 16 Grad 2 Minuten Süd, 2 Grad 36 Minuten Ost. Bis zurück nach Portsmouth liegen noch etwa 4800 Seemeilen vor ihr.

Bereits einmal hatte der Watermaker gestreikt. Nun drohte das ganze Projekt erneut deswegen zu kippen. Laut dem internationalen Reglement darf Caffari zwar im Schutze einer Insel ankern, nicht aber Hilfe von außen annehmen.
Den 11. April verbrachte sie daher komplett mit dem Versuch, die Anlage zu reparieren, angeleitet von ihrer Crew daheim. Obwohl diese Reparatur eigentlich ein Expertenjob gewesen wäre, gelang es in Gemeinschaftsarbeit, die defekte Pumpe wieder funktionstüchtig zu bekommen.

„Das Team, tausende Meilen entfernt, hatte die gleiche Pumpe vor sich stehen, und wir versuchten nun, für die verschiedenen Teile Bezeichnungen zu finden. Ich bin kein Experte für Hydraulikpumpen, also waren meine Beschreibungen alles andere als wissenschaftlich korrekt. Aber solange wir wussten, von welchen Teilen wir sprachen, war es egal, wie ich sie nannte.“
Laut der Skipperin wuchs das Team durch diese Probleme mehr zusammen. So sei sie zwar immer noch physisch auf sich allein gestellt, aber die Crew sei in Gedanken immer bei ihr.


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Themen: Dee CaffariEinhandRekordversuchWeltumsegelung

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