Golden Globe Race

"Das Notrigg liegt bereit"

Jean-Luc Van Den Heede mag seine Führung im Rennen um die Welt nicht aufgeben: Die beim Knockdown entstandenen Schäden am Rigg will er nun auf See reparieren

Kristina Müller am 10.11.2018
Golden Globe Race
GGR 2018

Jean-Luc Van Den Heede auf seiner Rustler 36

Der erfahrene französische Hochseesegler, dessen Befestigung der Unterwanten im Sturm rund 500 Seemeilen westlich von Kap Hoorn zu Bruch ging, hat sich entschlossen, das Rennen nach Les Sables d'Olonne vorerst ohne Reparaturstopp fortzusetzen.

In einem Satellitentelefonanruf an die Rennleitung sagte der 73-jährige mehrfache Solo-Weltumsegler, der weiterhin 1.500 Seemeilen Vorsprung auf den aktuell zweitplatzierten Niederländer Mark Slats hat, er habe beschlossen, die Reparatur so gut wie möglich auf See durchzuführen und so weiter im Rennen zu bleiben. "Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ich mein Rigg verliere. Mein Notrigg liegt aber bereit", sagte Van Den Heede.

Würde Van Den Heede zum Reparieren nach Chile segeln, läge Mark Slats an Position eins im Rennen. Hier filmt der Niederländer sein Schiff im Sturm

Golden-Globe-Race-Veranstalter Don McIntyre fügte hinzu: "Momentan besteht seine einzige andere Möglichkeit darin, 2.000 Seemeilen abseits vom Kurs in einen chilenischen Hafen einzulaufen und dadurch in die Chichester-Klasse herabgestuft zu werden, weil er einen Zwischenstopp für Reparaturen einlegen würde. Er glaubt, wenn er es um Kap Hoorn schafft und in Richtung Norden in den Atlantik segeln kann, gibt es dort Häfen, die näher an der Route liegen – falls er weitere Probleme mit dem Rigg auf seiner Rustler 36 haben sollte."

Jean-Luc Van Den Heede hatte, kurz nachdem er den Schaden am Rigg festgestellt hatte, nicht nur die Rennleitung über das Satellitentelefon informiert, sondern auch seine Frau, wofür er eine 18-Stunden-Zeitstrafe erhielt. 

Hintergrund der Retro-Regatten 

Zum 50. Jubiläum des Sunday Times Golden Globe Race von 1968/69, des ersten Einhand-Nonstop-Rennens um die Welt, segeln 2018 Skipper aus 13 Ländern um den Globus. Das Besondere: Sie tun dies auf Yachten, die vor 1988 konstruiert wurden, und mit Navigations- und Kommunikationsausrüstungen von einst, das heißt mit Sextant und Papierseekarte. Zur Standortübermittlung ist ein Satellitentelefon an Bord. Start war am 1. Juli 2018, nach neun bis zehn Monaten auf See wird die Flotte zurückerwartet. Parallel dazu segeln weitere Einhandskipper im Rahmen der "Longue Route" um die Welt – einer losen Flottille ohne Regattamodus, im Gedenken an die französische Segellegende Bernard Moitessier. 

Golden Globe Race 2018 – der Start

Die Route des Golden Globe Race 2018

Kristina Müller am 10.11.2018

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