Krise

Das Coronavirus und die Folgen für den Segelsport

Das Risiko, am Virus zu erkranken, ist hierzulande bis jetzt zwar immer noch vergleichsweise gering. Andere Folgen sind jedoch bereits spürbar – auch für Segler

Pascal Schürmann am 28.02.2020
Coronavirus
Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM

Die Auto- und Bootszuliefererfirma Webasto aus dem bayerischen Stockdorf sorgte hierzulande für die ersten Coronavirus-Schlagzeilen; acht Mitarbeiter hatten sich infiziert. 1000 Angestellte mussten daraufhin zwei Wochen lang von zu Hause aus arbeiten. Die Firmenzentrale wurde geschlossen und gründlich desinfiziert. Erst Mitte Februar konnte Webasto zum normalen Geschäftsbetrieb zurückkehren.

Deutsche Segler isoliert

In Seglerkreisen ließ derweil das Erlebnis des Berliner 470er-Duos Daniel Göttlich und Linus Klasen aufhorchen. Auf der Insel Hainan im südchinesischen Meer bekamen die zwei Junioren-Segler die Auswirkungen des Virusausbruchs zu spüren. Der 19 Jahre alte Steuermann und sein gleichaltriger Vorschoter hatten eigentlich ab dem 10. Januar mit den besten chinesischen Teams gemeinsam trainieren wollen; sie waren einer Einladung des chinesischen Seglerverbands gefolgt. Dann aber durften sie das Trainingszentrum plötzlich nur noch mit Mundschutz und ausschließlich zum Segeln verlassen. Besucher erhielten generell keinen Zutritt mehr zu den Sportlern, und auch diese mussten sich im Zentrum zahlreichen Beschränkungen unterwerfen. Am 7. Februar kehrten die beiden Deutschen dann von Hainan zurück.

In den Wochen danach bekamen auch andere deutsche Leistungssegler die Folgen der Coronaviruskrise zu spüren. Auf der Rückkehr von den Weltmeisterschaften in Australien mussten einige in Asien einen Stoppover einlegen. Dort ging ohne Mundschutz gar nichts mehr.

Olympia in Gefahr?

Gebannt schaut der internationale Sport nun aber vor allem auf die Olympischen Spiele, die im Sommer in Tokio stattfinden sollen. England wurde zwischenzeitlich als Ersatzort bereits ins Gespräch gebracht. Er sei "ernsthaft besorgt", sagte Toshiro Muto, Chef des japanischen olympischen Organisationskomitees, dass sich die ausbreitende Viruserkrankung "wie eine kalte Dusche" über die Dynamik der Vorbereitungen legen könnte. Er hoffe, dass "das Virus so schnell wie möglich ausgerottet wird". Saburo Kawabuchi, Bürgermeister des Athletendorfs, in dem bis zu 11.000 Sportler während der Olympischen Spiele wohnen sollen, sagte laut einem Bericht der FAZ, er "hoffe wirklich", dass die Krankheit "irgendwie" abklinge, damit die Spiele "reibungslos" stattfinden könnten.

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Pascal Schürmann am 28.02.2020

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