Coronavirus

Statement des DSV +++ Folgen für Charterer

Pascal Schürmann am 28.02.2020

Sportdirektorin Nadine Stegenwalner vom Deutschen Segler-Verband sagt auf Anfrage der YACHT-Redaktion: "Der DOSB und die Gesundheitsbehörden überwachen die Situation vor Ort und Informieren uns über die Entwicklungen. Wenn die Olympischen Spiele offiziell stattfinden, werden unsere Seglerinnen und Segler auch daran teilnehmen. Natürlich setzen wir unsere Sportler keinen Risiken aus und werden auch niemanden zur Teilnahme zwingen, der Bedenken hat. Aber so lange wir von den Organisatoren und dem DOSB keine gegenteilige Information bekommen haben, planen wir die Teilnahme an den Olympischen Spielen ganz normal weiter."

Clipper Race umgeleitet

Normal ging es für die Teilnehmer des gegenwärtig laufenden Clipper Round the World Race unterdessen bereits ganz und gar nicht weiter. Geplant war, die Amateurcrews ab Ende Februar in China die drei Häfen Sanya, Zuhai und Qingdao ansteuern zu lassen. Nach Ausbruch des Virus leiteten die Regattaorganisatoren die Flotte sicherheitshalber auf die Philippinen um, was den Etappen- und Zeitplan des Rennens gehörig durcheinanderwürfelt.

Folgen für Werften und Ausrüster

Hart trifft es auch die Wirtschaft, darunter die maritime Branche. März und April sind die Monate der großen Bootsausstellungen im asiatischen Raum. Die wurden nun der Reihe nach abgesagt oder auf den Herbst verschoben. Betroffen sind aktuell die Messen in Singapur, Südkorea und Taiwan sowie die in Schanghai und Tokio.

Welche Auswirkungen die Krise auf die hiesigen maritimen Unternehmen hat, ist seriös noch nicht abzuschätzen. Es könnte jedoch in den kommenden Monaten im Bootsausrüstungs- und -zubehörbereich zu Lieferengpässen und -verzögerungen kommen, da viele Produkte aus Asien importiert werden. Dort stehen derzeit vielerorts Fabriken still.

Rücktrittsrecht für Adria-Charterer?

Zu guter Letzt ist die Charterbranche bereits jetzt schon betroffen. Buchungen, wie es sie normalerweise dieser Tage für die kommenden Oster- und Pfingstferien geben müsste, blieben bereits aus, berichten eine Reihe von Flottenbetreibern. 

Darüber hinaus fragen sich die ersten Crews, die ihren Törn bereits gebucht haben, diesen je nach weiterer Entwicklung der Lage gegebenenfalls aber nicht antreten wollen, nach ihren Rücktritts-Optionen. Dazu sagt Rechtsanwalt H.-Eckhard von der Mosel in einem Statement für den Verband Deutscher Yacht Charterunternehmen (VDC): "Das Coronavirus macht uns allen große Sorge, zur Kündigung oder zum Reiserücktritt berechtigt er Charterkunden aber nur in Ausnahmefällen. Charterverträge sind meist als Miet- oder Reiseverträge einzuordnen. Solange der Vercharterer das Boot oder die Koje ordnungsgemäß anbieten kann, besteht keine Veranlassung für eine Kündigung oder Rücktritt seitens des Kunden."

Etwas anderes gelte, so Von der Mosel, wenn das Boot in einem amtlich gesperrten Quarantäne-Gebiet liege und daher nicht mehr für den Kunden erreichbar sei. Dann könne der Anbieter seine Leistung nicht anbieten und wäre zur Rückzahlung des Charterpreises verpflichtet. Auf weiteren Schäden wie etwa Kosten für verfallene Flugtickets blieben die Crews aber wohl sitzen. "Die Anbieter werden sich in einem solchen Fall auf höhere Gewalt berufen können", so der Anwalt.

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Pascal Schürmann am 28.02.2020

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