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"Da hat sich vieles gewendet"

Kap Arkona statt Kap Hoorn - Wilfried Erdmann über seinen Jollentörn in Ostdeutschland

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 29.11.2003

H. Seltmann

Viermal ist Wilfried Erdmann um die Welt gesegelt: dreimal allein, zweimal nonstop, einmal mit Ehefrau Astrid. Dann tauschte der 63-Jährige die Weite der See gegen die Enge einer Jolle. Und umfuhr in diesem Jahr nicht Kap Hoorn, sondern Kap Arkona - auf einer bemerkenswerten Reise durch Ostdeutschland.

In der neuen YACHT (ab Mittwoch am Kiosk) beschreibt Deutschlands populärster Hochseesegler seine Erlebnisse an Ostseeküste und auf Binnenrevieren. 1268 Meilen hat er in 144 Tagen zurückgelegt, auf einer nur 5,80 Meter langen Hansa-Jolle. So ergaben sich in vielerlei Hinsicht ganz neue Perspektiven von der Heimat.

Erdmann berichtet in der YACHT auch von seinen Problemen bei der Gewöhnung an das kleine Gefährt ("Das Schiff und ich sind noch keine Einheit"), vom spartanischen Leben ("Durch das viele Rumkriechen hinke ich wie Ahab") und von den Grenzen der Askese ("Das einfache Leben ist für eine bestimmte Zeit faszinierend - die ist bei mir nach vier Monaten vorüber").

Genossen hat er es dennoch. Und war teils sogar verblüfft von der Schönheit des ungewohnten Reviers.

1990, gleich nach der Wende, hatte der Mann von der Schlei eine ähnliche Reise unternommen. Er weiß also, wovon er spricht, wenn er Veränderungen aus der Sicht des Zeitzeugen beschreibt. Zum Beispiel in puncto Natur, in Sachen Infrastruktur und, vor allem, was die Menschen angeht, die er getroffen hat.

"1990 waren sie noch neugierig, freundlich und euphorisch", erinnert sich Erdmann. Unterdessen sei es aber schwierig geworden, "offene Gespräche zu führen - da hat sich vieles gewendet".


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Themen: Erdmann

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