Film

Crowhursts Reise kommt ins Kino

Während der ersten Nonstop-Regatta um die Welt geriet er auf Abwege. Nun soll die Geschichte des Briten vielleicht sogar verfilmt werden

Johannes Erdmann am 06.11.2013
Teignmouth Electron .eps

Donald Crowhursts "Teignmouth Electron" im Golden Globe Race 1968

Seit dem von Gregory Peck in den siebziger Jahren produzierten Spielfilm "Die Weltumsegelung", der die Geschichte des 16-jährigen Robin Lee Graham erzählt, gab es keine Verfilmungen von wahren Segelgeschichten mehr im Kino. Doch das kann sich nun ändern: Die Hollywood-Schauspieler Colin Firth ("The King's Speech") und Kate Winslet ("Titanic") stehen derzeit in den Vorverhandlungen zu der Verfilmung der Geschichte von Donald Crowhurst, der im Jahr 1968 am Golden-Globe-Rennen teilnahm. Sie sollen die Rollen von Mr. und Mrs. Crowhurst geben.

Es war die Zeit der Abenteurer – und Donald Crowhurst wollte einer von ihnen sein. Bernard Moitessier war gerade zwei Jahre zuvor mit seiner stählernen Ketsch "Joshua" 14.000 Seemeilen nonstop von Tahiti nach Alicante gesegelt, Francis Chichester zur gleichen Zeit mit nur einem einzigen Stop einhand um die Welt. Es gab nur noch eine Steigerung: unter Segeln nonstop um die Welt.

Also schrieb die "Sunday Times" einen großen Preis von 5.000 Pfund aus, der dem Abenteurer zukommen sollte, der als Erster nonstop die Erde umsegelt. Ein Abenteuer, das sich der 36-jährige Elektrotechniker Donald Crowhurst nicht entgehen lassen wollte. Also suchte er sich einen Sponsor, mit dessen Hilfe er einen zwölf Meter langen Sperrholz-Trimaran baute, ein sehr extremes Schiff für seine Zeit. Für den Erfolg setzte er das Glück seiner Familie aufs Spiel, versprach Haus und Hof gegen eine erfolgreiche Reise.

Früh jedoch merkte Crowhurst, dass er sich in eine Sackgasse manövriert hatte. Würde er mit dem Schiff, das sich als weit weniger seetüchtig als erwartet entpuppte, ins Südpolarmeer segeln, bestünde die Gefahr, dabei ums Leben zu kommen. Würde er das Rennen aufgeben, wäre das Haus verloren. Doch in seiner Verzweiflung fand der junge Mann einen dritten Weg, der für ihn plötzlich Sinn ergab: Er sendete falsche Positionsmeldungen, die angaben, dass er gut im Rennen liegen würde. Bis seine fingierten Positionsmeldungen ins Südpolarmeer führten. Monatelang kreuzte Crowhurst im Atlantik und hörte im Radio die Meldungen der Kontrahenten mit. Bis sie Kap Hoorn umrundeten. Dann wollte er wieder Kurs Heimat nehmen und sich an zweiter Position zurück ins Feld mogeln.

Doch seine erste Positionsmeldung nach Monaten der Funkstille brachte den Gegner Nigel Tetley dazu, seinen Trimaran auf den letzten Meilen der Reise bis zur Kenterung zu fordern. Kurz nach dessen Havarie wurde Crowhursts Trimaran verlassen aufgefunden. An Bord zwei Logbücher. Eines, das die gesendeten Falschmeldungen enthält und nach außen den Eindruck einer rasanten, abenteuerreichen Reise geben will – das andere bietet einen Einblick in einen Menschen, der monatelang ein Leben zwischen Optimismus und Verzweiflung führte, mitten auf dem Ozean.

Das Drehbuch schrieb der Amerikaner Scott Z. Burns, der unter anderem auch an dem dritten Teil der "Bourne"-Filmreihe mitgearbeitet hat. Sollte sich eine Einigung finden, könnten die Dreharbeiten Ende nächsten Jahres oder im Frühjahr 2015 beginnen.

Johannes Erdmann am 06.11.2013

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