Rekordversuch
Covilles "Sodebo" parkt ein

Beim neuesten Versuch, den Rekord für die schnellste Einhand-Weltumsegelung zu unterbieten, kämpft der Franzose im St.-Helena-Hoch

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 27.01.2014

Yann Zedda/ Sodebo Der Tri beim Start

Keiner war jemals so hartnäckig wie er: Zum vierten Mal versucht der Franzose Thomas Coville mittlerweile, den Rekord für die schnellste Einhand-Weltumsegelung zu knacken. Mit seinem Maxi-Tri "Sodebo" hat er sich bislang die Zähne an der Bestmarke von Francois Joyon ausgebissen, die bei 57 Tagen und 13 Stunden liegt. Zweimal kam Coville ins Ziel und war langsamer, einmal musste er den Rekordversuch wegen eines Schadens abbrechen.

Yann Zedda/Sodebo Thomas Coville

Doch nun soll es endlich klappen. Allerdings liegt der Franzose praktisch seit dem Start Mitte Januar hinter den jeweiligen Zwischenzeiten von Joyon. Mittlerweile hat sich der Rückstand auf gut 250 Seemeilen summiert und jetzt, vor der Ostküste Südamerikas, folgt eine weitere sehr schwierige Phase, denn das St.-Helena-Hoch, das im Südatlantik umfahren werden muss, liegt sehr ungünstig, weit im Westen. Konnte Francis Joyon bei seinem Rekord 2008 noch sehr früh nach Südosten "abbiegen" und schnell direkten Kurs in die Roaring Forties und zum Kap der Guten Hoffnung segeln, muss Coville sich durch zwei Flautenzonen quälen, die ihn weiter deutlich Boden kosten werden.

Yann Zedda/ Sodebo "Sodebos" Position heute Morgen. Die beiden Schwachwindzonen sind gut zu erkennen. Das graue Boot zeigt François Joyons Position 2008

Laut seinen Mails von Bord kämpft er mit ständigen Segelwechseln gegen die sich dauernd ändernden Bedingungen, um den Rückstand zu minimieren. Doch zumindest den heutigen Montag und den morgigen Dienstag muss sich sein Tri weiter durch die Leichtwind-Fallen schlängeln, die seinen Kurs säumen (siehe Karte).

Doch Coville weiß mit dem Druck umzugehen. Ihm ist klar, dass gerade das erste Drittel des Rekords bis zum Kap der Guten Hoffnung damals schon sehr bemerkenswert war. Joyon erwischte einen Superstart, hatte wenig Flaute in den  Doldrums und konnte wie schon erwähnt das St.-Helena-Hoch sehr früh umsegeln. Schon bei den vorherigen Rekordversuchen hatte Coville dann vor allem später viele Meilen gutgemacht. Abschreiben darf man den enorm ehrgeizigen Franzosen also auf keinen Fall. Und ganz ehrlich: Niemand anderes hätte den Rekord mehr verdient als er.


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