Route du Rhum
Covilles neues Monster: "Sodebo Ultim"

Kurz nach dem Abbruch seines Einhand-Rekordversuchs meldet der Franzose seine Teilnahme an der Route du Rhum mit einem 31-Meter-Tri

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 24.03.2014

Yvann Zedda/Sodebo Der neue Maxi-Tri in der Werft

Coville hat den ziemlich alten Trimaran "Geronimo" (2001) von Olivier de Kersauson gekauft und mit einem massiven Umbau fit für den Einhand-Betrieb gemacht. Unter dem Namen "Sodebo Ultim" soll das rund 31 Meter lange Ungetüm bei der Route du Rhum im November an den Start gehen. Die Regatta entwickelt sich mittlerweile zu einem echten Highlight diesen Jahres, denn am Start werden mindestens vier der über 100 Fuß großen Tris erwartet: Coville mit seiner "Sodebo", Vendée Globe Sieger Francois Gabart mit einem Neubau von VPLP unter der Flagge von "Macif", Armel Le Cléac'h mit seinem 31-Meter-Umbau "Banque Populaire" (die Ex- "Groupama 3" von Franck Cammas) und Yann Guichard mit dem ultimativen Monster-Tri "Spindrift 2" (Länge: 40 Meter), der auf Einhand-Betrieb umgebauten "Banque Populaire V", die aktuell die Jules-Verne-Trophy hält. allesamt Top-Skipper, die einen beinharten Wettbewerb erwarten lassen.

Yvann Zedda/Sodebo Coville udn sein neues Boot

Covilles erzählt, wie es zu dem ungewöhnlichen Umbau kam: "Ein Neubau hätte zu lange gedauert und wäre auch zu teuer gewesen. So kamen wir auf Olivier de Kersausons Boot". Das ungewöhnliche Umbau-Projekt hat seine Wurzeln in der Vergangenheit: Thomas Coville ist in seinen frühen Jahren als Crewmitglied bei Olivier de Kersauson mitgefahren, jetzt gibt ihm der Altmeister der französischen Hochsee-Szene die Chance, sein altes Boot zu neuem Leben zu erwecken. Stapellauf soll Ende April sein.

Das Boot musste vor allem leichter gemacht werden. Viele der alten, für 12 Mann Crew gedachten Einbauten flogen raus, ein kürzerer 35-Meter-Mast wurde gebaut, ein je neun Meter langes Stück der Ausleger neu designt. Ruder und Foils wurden zum Teil aus dem Americas Cup-Team von Oracle angekauft, zu dem die Designer VPLP einen guten Draht haben, da sie für Larry Ellison arbeiten. Man darf gespannt sein, ob der alte "Geronimo"-Rumpf, der vier Generationen hinter den schnellsten Maxi-Tri-Entwürfen hinterherhinkt, tatsächlich noch für ein Rennen gut ist. Zwar gewann de Kersauson mit dem Boot 2004 die Jules Verne Trophy in 63 Tagen 13 Stunden und 59 Minuten, doch schon damals zeigte sich, dass das Boot nicht ganz den Speed lieferte, den sich der Eigner erhofft hatte. Beim einzigen echten Vergleich mit anderen Maxis, der Oryx Quest 2005, wirkte "Geronimo" relativ langsam und musste früh wegen struktureller Probleme ausscheiden. Seitdem war es um Kersauson und sein Boot still geworden.

Yvann Zedda/Sodebo Die riesigen Beams vor der Montage

Im Einhand-Betrieb gelten allerdings andere Regeln: Die Monster-Tris sind für die Rennen derart entschärft worden, damit sie von einer Person überhaupt zu händeln sind, dass es vielleicht gar nicht mehr so wichtig ist, wie modern der Rumpf wirklich ist. So gesehen könnte allerdings Francois Gabarts "Macif" das interessanteste Boot der Flotte sein. Als Neubau ist es optimal auf seinen Skipper zugeschnitten.

Vielleicht hat dann auch das Hoffen vieler Fans der Riesen-Multis 2015 ein Ende: Dann könnte es die ultimative Einhand-Regatta geben. Um die Welt, nonstop, quasi eine Vendee Globe der Maxi-Tris. Es wäre ohne Frage der neue Mount Everest des Einhand-Segelns.


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Themen: Maxi-TriRoute du RhumSodeboSodeb UltimThomas Coville

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