Regatta

Clipper-round-the-World-Yacht aufgegeben

Die "Cork Clipper" lief in der Javasee auf ein Riff. Erster Schiffsverlust in der Geschichte der Amateurregatta um die Welt

Pascal Schürmann am 20.01.2010

Abruptes Ende einer Weltumsegelung: die auf ein Riff in der Javasee aufgelaufene "Cork"

Bereits am vergangenen Donnerstag war es zu der Havarie gekommen. Nun teilte Regattaveranstalter Sir Robin Knox-Johnston mit, dass die Yacht nicht geborgen werde.

Es passierte auf der fünften Etappe, von Geraldton im Westen Australiens nach Singapur. In der Javasee, knapp 200 Seemeilen nordöstlich von Jakarta, war eine Yacht des Clipper round the World Race bei 20 Knoten Wind auf ein Riff gelaufen.

Den 16 Crewmitgliedern ist bis auf leichte Verletzungen nichts passiert. Die Amateurregatta für Weltumsegler, an der auch die Deutsche Sandra Paulus teilnimmt (wir berichteten in YACHT 19/09), führt auf zehn baugleichen 68-Fuß-Rennyachten in sieben Etappen und zehn Monaten um die Welt.

Nach eingehender Untersuchung seien sich Havarieexperten und Gutachter der Versicherungen einig: Ein Bergen des Schiffes sei nicht sinnvoll, da die "Cork" eine solche Aktion nicht überstehen würde. Sie müsste von dem Riff bei Gosong Mampango gezogen und schwimmfähig gemacht werden. Zudem handele es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden.

„Es ist sehr traurig, dass wir nun akzeptieren müssen, dass die Cork Clipper tatsächlich auf dem Riff verbleiben wird“, konstatierte Sir Robin Knox-Johnston. Er ergänzte, dass es die erste Yacht in der 14-jährigen Geschichte des Clipper round the World Yacht Race sei, die aufgegeben werden müsse.

Mehr als zwei Millionen Seemeilen hätten sicher und erfolgreich im Kielwasser der Rennyachten gelegen, ehe es zu diesem Unglück gekommen sei. Gleichzeitig sprach Knox-Johnston allen jenen seinen Dank aus, die sich an der Rettungsaktion in den vergangenen Tagen beteiligt hatten. Er sei sehr stolz auf die Reaktion, die Bemühungen und letztlich die Unterstützung der anderen Crews. Die Skipper hätten großartig reagiert und dadurch hervorragende Seemannschaft bewiesen.

Unterdessen wurden bereits seitens der Veranstalter der Regatta Kojen auf anderen der nun noch neun teilnehmenden Booten organisiert, sodass die Crew der "Cork", wenn die Flotte nach Qingdao und später nach Kalifornien ausläuft, das Rennen bis zum Ende miterleben kann. Gleichzeitig versuchen die Organisatoren ein Ersatzboot zur Verfügung zu stellen, damit die Crew die späteren Etappen der Regatta wieder zusammen segeln kann.

Erste Reaktionen seitens Umweltschutzorganisationen auf den Entschluss, die "Cork Clipper" auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht vom Riff zu bergen, hat es auch schon gegeben. Sie sehen darin eine Verschmutzung des Ozeans. Sailors for the Sea und Ocean Watch fragen offen, wie man als Segler eine solche Entscheidung fällen könne — gerade vor dem Hintergrund, was vor allem Plastik der maritimen Umwelt antue —, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden.

Pascal Schürmann am 20.01.2010

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