Unglück
"Cheeki Rafiki": Die Suche geht weiter

Die US Coast Guard hat auf die Appelle reagiert und die Suche nach den vermissten Briten wieder aufgenommen. Auch Segler können helfen

  • Michael Rinck
 • Publiziert am 21.05.2014

Royal Yachting Association Die "Cheeki Rafiki" wird immer noch vermisst. Jetzt wurde die Suche wieder aufgenommen

Gestern hat die US Coast Guard die Suche nach der Besatzung der "Cheeki Rafiki" wieder aufgenommen. Der Abbruch der Suche am Sonntag hatte zu heftiger Kritik seitens der Seglergemeinschaft geführt, die Familien der Vermissten richteten Appelle an die Behörde, die Suche fortzusetzen. Ob die Online-Petition oder die Vermittlung des britischen Auswärtigen Amtes zum Umdenken geführt hat, steht nicht fest.

Der World Cruising Club fordert alle Segler auf, die mit ihrer Yacht in der Nähe der Unglücksstelle sind, sich an der Suche zu beteiligen. Das sind nicht wenige, da die Karibik-Saison gerade vorüber ist und viele den Rückweg nach Europa angetreten haben. So sind aktuell allein 30 Yachten im Rahmen der ARC Europe auf dem Weg von Bermuda zu den Azoren. Ein Teilnehmer, der Skipper Patrick Michel auf dem 64-Fuß-Katamaran "Malisi", hat das Suchgebiet gestern schon erreicht.

WCC Der World Cruising Club und die US Coast Guard legten anhand der bekannten Positionsdaten (letzte bekannte Position, gesichtetes Wrack, EPIRB 1 und EPIRB 2) und der berechneten Abdrift die Suchgebiete fest

In Abstimmung mit der US Coast Guard wurden Positionen von zwei Suchgebieten veröffentlicht:

Nordposition: 38-37N 048-48W
Südposition: 37-36N 050-14W

Die Suche konzentriert sich ausgehend von den Positionen in einem Radius von 100 Seemeilen. Informationen über die letzte bekannte Position der "Cheeki Rafiki", den Fundort der vom Containerfrachter "Kure" gesichteten kieloben treibenden Yacht und die Positionen der beiden EPIRB-Signale wurden an Schiffe übermittelt, die sich im Gebiet befinden.

US Coast Guard Ohne Kiel: Vielleicht ist der Verlust des Kiels verantwortlich für die Havarie der "Cheeki Rafiki"

Zu der Unglücksursache gibt es bisher nur Spekulationen. Ausgehend von den bekannten Fakten scheint eine Erklärung plausibel: Schon am Donnerstag berichtete der Skipper Andrew Bridge von eindringendem Wasser. Das Leck konnte nicht lokalisiert werden. Der treibenden Yacht, die von der Besatzung der "Kure" gesichtet wurde, fehlte der Kiel. Sollte es bei der "Cheeki Rafiki" Probleme mit der Rumpf-Kiel-Verbindung gegeben haben, würde das den Wassereinbruch erklären. Das raue Wetter am Donnerstag und Freitag könnte für starke Rollbewegungen im Schiff gesorgt haben, was wiederum die Kielbolzen zusätzlich stark belastet hätte, bis zum Verlust des Gegengewichts. Was wiederum die Kenterung erklären würde.


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Themen: HavarieUnglückWorld Cruising Club

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