Schleimünde
Bürgerinitiative will mit Petition Schleimünde retten

Seit Beginn des Jahres wurde die Lotseninsel mehrfach überspült; massive Erosion bedroht die dortigen Einrichtungen, zu denen auch der Nothafen zählt

  • Lasse Johannsen
 • Publiziert am 03.12.2019
Bürgerinitiative will mit Petition Schleimünde retten Bürgerinitiative will mit Petition Schleimünde retten Bürgerinitiative will mit Petition Schleimünde retten

Kristina Steiner/Schleimünde retten Bürgerinitiative will mit Petition Schleimünde retten

Am Wochenende trafen sich im Arnisser Rathaus 80 besorgte Bürgerinnen und Bürger  zur Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative "Schleimünde retten" . An der Versammlung nahmen unter anderem Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen, mehrere Kappelner und Arnisser Stadtvertreter sowie politische Vertreter aus Maasholm und der Kreispräsident Ulrich Brüggemeier teil. Initiator war Philipp Zülsdorff vom Verein Naturnaher Wasserwanderplatz Schleimünde . Die Bürgerinitiative wendet sich mit einer Petition an die Regierung des Landes Schleswig-Holstein.

Forderung an die Landesregierung

"Wir fordern die Landesregierung von Schleswig-Holstein auf, Schleimünde mit allen erforderlichen Maßnahmen zu schützen und in seiner Funktionalität in Bezug auf Hochwasserschutz und Naherholung wiederherzustellen."

Hier geht es zur Petition

YACHT/A. Fritsch Wird die Zufahrt zur Schlei erhalten bleiben?

Intensiver Küstenschutz

Nötig seien zeitnah intensive Küstenschutzmaßnahmen, weil das Naturschutzgebiet Schleimünde seit Jahresbeginn mehrfach überspült und massiv Sand abgetragen worden sei. Dabei ist bereits ein Durchbruch zur Schlei entstanden, der die Erosion zusätzlich beschleunige. Dadurch sei die Zufahrt zum Ostseefjord Schlei gefährdet. Es bestehe außerdem Gefahr für das Naturschutzgebiet und die Einrichtungen auf der Lotseninsel – Zeltplatz, Grillplätze, Nothafen, Lotsenhaus und die traditionelle Gastronomie "Giftbude".

YACHT/A. Fritsch Blick auf das alte Lotsenhaus und den Nothafen Schleimünde

Hohe Kosten

Der zur Rettung der rund 112 Hektar großen Halbinsel erforderliche Hochwasserschutz diene nicht zuletzt den benachbarten Ortschaften Kappeln, Maasholm und Olpenitz und sei deshalb Sache des Landes, so die Vertreter der Bürgerinitiative. Diese Auffassung vertritt auch Jens Ambsdorf von der Kieler Stiftung " Lighthouse Foundation ", die die Halbinsel 2008 vom Bund ersteigerte. Rund 800.000 Euro hat die Stiftung seither in den Küstenschutz der Lotseninsel investiert.

Gegenwind

Naturschützer und Umweltbehörden verweisen auf die Notwendigkeit natürlicher Erosion für die benachbarten Strände. Es entstünden außerdem neue Brutflächen für die heimische Vogelwelt.


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