Nothafen am Darß

Bürgerbegehren in Zingst gescheitert

Der Initiative für einen Boddendurchstich fehlen zwei Unterschriften – das Land prüft den Bau eines Anlegestegs als Ersatz für den Nothafen

Uwe Janßen am 25.11.2013
Karte Darß

An dieser Stelle war der Durchstich bei Zingst geplant

Die unendliche Geschichte um Betrieb oder Ersatz des Nothafens Darßer Ort ist um eine Volte reicher. Weil 63 Unterschriften aus der Sammlung im Bürgerbegehren wegen fehlerhafter oder unvollständiger Angaben für ungültig erklärt wurden, kamen nur 287 statt der erforderlichen 289 Signaturen zusammen. Somit wird es nicht zur angestrebten Abstimmung im Rahmen eines Bürgerentscheids kommen.

Die Initiative „Boddendurchstich Zingst – jetzt!“ hatte das Verfahren auf den Weg gebracht. Ihr Ziel war ein Durchstich durch die Landzunge bei Zingst, der die Ostsee und die Boddengewässer verbindet. Es war eine denkbare Variante für einen Ersatz des laufend versandenden Nothafens Darßer Ort, um den es seit Jahrzehnten schon Streit gibt.

Torsten Lepsin, Vorstandsmitglied und Schatzmeister der Initiative, kündigte unmittelbar nach der Niederlage an: „Wir kämpfen weiter!“ Denkbar sei, Einspruch gegen die Ablehnung einzulegen. Das dadurch eingeleitete Verfahren würde aber dauern, womöglich ist aus Sicht der Initiative ein anderes Vorgehen zielführender. Am 25. Mai stehen Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern an, und es ist ein durchaus vorstellbares Szenario, dass die organisierten Befürworter des Durchstichs sich um einen Einzug ins Kommunalparlament bemühen. Aufgegeben hat Lepsin nach der Unterschriften-Schlappe jedenfalls nicht: „Wir wollen den Durchstich und sind überzeugt, dass wir ihn bekommen.“

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat derweil angekündigt, statt eines Durchstichs die sogenannte „Minimalvariante“ als Ersatz für den Nothafen zu prüfen: einen Steg in die Ostsee bei Prerow oder Zingst, an dem der Rettungskreuzer „Theo Fischer" seine Heimat finden würde und Segler im Notfall festmachen dürften. Das Verkehrsministerium will dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, deren Ergebnisse „im Frühsommer“ vorliegen sollen. Diese Lösung allerdings wird von den Rettern keineswegs favorisiert. Ein einzelner Steg könne nicht den erforderlichen Schutz bieten, monierten sie schon bei früherer Gelegenheit.

Fest steht nach dem gescheiterten Bürgerentscheid somit nur eines: Das Theater am Darßer Ort geht weiter.

Uwe Janßen am 25.11.2013

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