Golden Globe Race 2018

Bruch und Abbruch beim Golden Globe: "Knock-Down im Southern Ocean"

Kristina Müller am 17.07.2018

"Knock-Down im Southern Ocean"

Golden Globe Race 2018

Istvan Kopar – "Angst vor dem Southern Ocean"

Und auch Skipper Istvan Kopar hat Probleme mit seinem Windpilot. "Es ist unglaublich frustrierend", sagt er. "Ich kann nicht einmal unter Deck auf die Toilette gehen, ohne dass das Boot außer Kontrolle gerät. Ich habe seit Beginn des Rennens von Hand gesteuert und keine Energie mehr für irgendetwas", teilte der 65-Jährige der Rennleitung mit.

Und weiter: "Das ist ein riesiges Problem. Die größte Herausforderung wird sein, das Boot im Southern Ocean zu kontrollieren. Der Gedanke ist beängstigend. Ich bin sicher, es wird mein Boot diverse Male umhauen. Hätte ich meine Sponsoren nicht, würde ich aufgeben." Kopar segelt aktuell als Letzter der Flotte hinterher.

Fast schon harmlos: Spinnaker gerissen und Wasser im Schiff

Der Norweger Are Wiig, Skipper einer OE32, meldet von Bord, dass sein Spinnaker gerissen ist. Und die Britin Susie Goodall (Rustler 36 "DHL Starlight") muss ihre Kajüte trockenlegen, nachdem eine Welle über das Heck eingestiegen war. Außerdem funktionieren ihre Solarzellen nicht. Doch Goodall schlägt sich trotz dieser Probleme weitaus besser als die meisten ihrer Konkurrenten. Aktuell liegt sie auf Platz 5 im schrumpfenden Teilnehmerfeld.

Vorbeigesegelt – Philipp Péché verpasste Wegepunkt

Der Führende im Feld, der Franzose Philipp Péché, sorgte für Aufregung, als er am Wegepunkt am Südende von Lanzarote einfach vorbeisegelte, anstatt den von der Rennleitung vorgegebenen Punkt anzusteuern, an dem die Teilnehmer Filmmaterial übergeben sollten. Seinen Fehler bemerkte Péché jedoch erst, als er die nächste Insel, Fuerteventura, längst erreicht hatte. Also umdrehen und zurücksegeln, sieben Meilen gegenan.

Golden Globe Race 2018

Philippe Péché beim Segelwechsel für die Kreuz zurück nach Lanzarote

Seinem Verfolger, dem Niederländer Mark Slats, gab Péchés Patzer die Gelegenheit aufholen. Der 41-Jährige, der schon über den Atlantik gerudert ist und selbst an Bord seiner Rustler solide Riemen mitführt, um auch in Flauten vorwärtszukommen, sagte am ersten Wegepunkt vor Lanzarote: "Ich bin glücklich und fühle mich stark. Ich bin schon sechs Stunden gerudert, als der Wind vor Kap Finisterre sehr schwach wurde."

Doch Péché war nicht der einzige Golden-Globe-Teilnehmer mit Orientierungsproblemen; einige der Segler schienen Schwierigkeiten bei der Ansteuerung der kanarischen Inseln zu haben. Bedeckter Himmel hatte es offensichtlich für eine gewisse Zeit unmöglich gemacht, die eigenen Positionen mit dem Sextanten zu bestimmen.

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Kristina Müller am 17.07.2018

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