Corona-Krise
Brandrisiko im Winterlager steigt

Die erzwungen lange Standzeit an Land macht sich bemerkbar: Im April ist in Norddeutschland drei Mal auf Booten im Freilager und in Hallen Feuer ausgebrochen

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 27.04.2020
Brandrisiko im Winterlager steigt Brandrisiko im Winterlager steigt Brandrisiko im Winterlager steigt

Pascal Schürmann Brandrisiko im Winterlager steigt

Am schlimmsten war es Mitte April im Hamburger Stadtteil Moorfleet. Dort wütete nachts ein Brand auf einem Winterlagerstellplatz für Boote und Campingwagen an einem Seitenarm der Elbe. 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren mehrere Stunden lang mit den Löscharbeiten beschäftigt, sie konnten ein Übergreifen der Flammen auf eine benachbarte Bootshalle verhindern. Auf dem Gelände übernachteten zum Zeitpunkt des Unglücks rund 30 Personen, sie wurden in Sicherheit gebracht.

Bereits eine Woche zuvor war, gleichfalls auf dem Gelände eines Winterlagers, an der Lachswehrallee in Lübeck eine Yacht in Flammen aufgegangen. Der Feuerwehr gelang es auch dort, andere Boote vor dem Brand zu schützen. Menschen waren bei dem Vorfall nicht verletzt worden. In beiden Fällen waren sowohl die Ursachen wie auch die Höhe der Schäden zunächst unklar, die Polizei nahm die Ermittlungen auf.

Anders hingegen in Glückstadt. Dort scheint der Grund für einen Brand, der am 20. April in einer Kajüte einer in einer Winterlagerhalle stehenden Segelyacht ausgebrochen war, klar: Kurzschluss in einem Luftentfeuchter. Gerade in den letzten Wochen mit den hohen Temperaturschwankungen gehen viele Eigner mit solchen Geräten gegen eine drohende Schimmelbildung im Boot vor.

Als die Feuerwehr eintraf, habe das Gerät in Flammen gestanden, zitiert die Tageszeitung "Glückstädter Fortuna" den Wehrführer. Es konnte rasch gelöscht werden. Dennoch entstand an dem betroffenen Boot ein mehrere tausend Euro teurer Schaden. Andere Schiffe in der vollen Lagerhalle wurden zum Glück nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Keine Gute Idee ist es angesichts solcher Schäden, nun infolge der Corona-Krise die Versicherung fürs Boot ruhen zu lassen. Dass eine Yacht zurzeit nicht zum Segeln genutzt werden kann, bedeutet nicht, dass sie keinen Risiken ausgesetzt ist.

Dirk Hilcken von Bootsversicherungsvermittler Pantaenius betont: "Unsere Erfahrung zeigt, dass die meisten schwerwiegenden Schäden und ein erheblicher Teil der registrierten Totalverluste wenig mit der eigentlichen Nutzung eines Bootes zu tun hat. An Land gehören vielmehr Feuer, höhere Gewalt und Einbruchdiebstahl zu den häufigsten Schadensursachen." Zu bedenken sei auch, so Hilcken, "dass Schäden, die etwa vom Nachbarn im Winterlager verursacht werden, nicht zwingend von dessen Haftpflichtversicherung beglichen werden."

Über weitere wichtige Aspekte der Bootsversicherung in Zeiten der Corona-Krise berichten wir in der aktuellen YACHT 9/2020 (noch bis morgen am Kiosk oder als Digitalausgabe erhältlich). 

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Themen: BrandCoronaFeuerGlückstadtHamburgLübeckUnglückWinterlager

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