Kriminalität

Bootsdieben erfolgreich auf der Spur

Fahndungsbilanz der Wasserschutzpolizei: 2017 konnten gestohlene Yachten, Außenbordmotoren und Bootszubehör im Wert von 2,6 Millionen Euro sichergestellt werden

Pascal Schürmann am 19.06.2018
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YACHT/Jozef Kubica

138 Mal schlugen im vergangenen Jahr die Fahnder des Kompetenz-Zentrums Bootskriminalität (KBK) Baden-Württemberg zu. Dabei gelang es ihnen, gemeinsam mit Dienststellen aus Deutschland und 13 benachbarten Ländern, europaweit 19 Sportboote, einen Jetski, 105 Außenborder und einen Bootstrailer im Gesamtwert von rund 2,6 Millionen Euro sicherzustellen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine mehr als doppelt so hohe Summe (2016: 1,1 Millionen Euro).

Hinzu kam von den Ermittlern als "Beifang" bezeichnetes Diebesgut: sieben Kraftfahrzeuge, ein Trailer, ein Quad, vier Rüttelplatten und diverse Fahrräder im Wert von weiteren 200.000 Euro. In den 17 Jahren ihres Bestehens konnte die Fahndungseinheit des KBK, das bei der Wasserschutzpolizeistation Konstanz angesiedelt ist, somit maßgeblich dazu beitragen, dass maritime Vermögenswerte in Höhe von 31,6 Millionen Euro gesichert wurden.

Täter agieren international

Die meisten Sicherstellungen erfolgten wie schon in den Jahren zuvor in Deutschland. Aber auch in europäischen Nachbarländern waren die Fahnder erfolgreich. Dies zeige, dass Bootskriminalität ein internationales Phänomen sei und längst nicht mehr auf rein nationaler Ebene erfolgreich bekämpft werden könne, heißt es in einer gestrigen Erklärung des für das KBK zuständigen Polizeipräsidiums Einsatz Göppingen. Deutschland sei nicht nur Tatort, sondern auch Transitland. "Die Täter, die dingfest gemacht werden konnten, stammten aus 14 Nationen, ganz überwiegend aus dem osteuropäischen Raum. Sie waren gut organisiert und höchst mobil", so die Erkenntnisse der Polizei.

Spektakulär war die Sicherstellung einer Motoryacht eines deutschen Eigners in einem tunesischen Hafen. Die Yacht im Wert von 750.000 Euro wurde Ende August 2017 auf Mallorca gestohlen. Mit Unterstützung des KBK konnte sie zwei Wochen später dem Besitzer zurückgegeben werden.

Fahndung nach unterschlagenen Charteryachten

Ferner unterstützten die KBK-Fahnder in zwei überörtlichen und voneinander unabhängigen Betrugsverfahren gegen einen ehemaligen Charterunternehmer Dienststellen der Kriminalpolizei in Neuss und Stralsund bei der Suche nach mehreren unterschlagenen Segelyachten, darunter eine Salona 45 S. Geschädigte war in diesem Fall eine Bank, die die Schiffe finanziert hatte. Nach Öffentlichkeitsfahndung in Fachzeitschriften und auf Internetplattformen konnten zwei Segelyachten in Deutschland und eine in Kroatien lokalisiert werden. Der Gesamtwert dieser drei Schiffe lag bei 350.000 Euro. Die in Deutschland sichergestellten Schiffe waren von den Eigentümern in gutem Glauben erworben worden. Nach weiteren unterschlagenen Segelyachten wird weiterhin international gefahndet.

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Pascal Schürmann am 19.06.2018

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