Forschung

Bio-Boote von der Schlei

Gemeinsam mit einer Hochschule in Eberswalde will ein junges Bootsbau-Unternehmen in Arnis ein Boot aus nachwachsenden Rohstoffen entwickeln

Lasse Johannsen am 23.07.2020
Werft Königstein Bootsbau Jan Brügge 2017 NKr_004
YACHT/N. Krauss

Bootsbaumeister Jan Brügge in seiner "Werft Königstein"

Bootsbauer Jan Brügge Bootsbau und die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde haben sich zusammengetan und das Projekt "Boote aus biobasierten Materialien: Entwicklung neuer Verbundmaterialien und Fertigungstechniken zur Steigerung der Effizienz im biobasierten Boots- und Yachtbau" – kurz BioBasedBoats –gestartet. Die Zusammenarbeit kam durch das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN), zustande, ein Netzwerk, das Innovationen und Kooperationen rund um die maritime Wirtschaft unterstützt.

"Segler sind häufig davon überzeugt, sich mit der Kraft des Windes besonders nachhaltig fortzubewegen. Doch der ökologische Fußabdruck von Yachten und Booten zeigt bei näherer Betrachtung deutliches Verbesserungspotenzial." So die Entwickler. Insbesondere durch die Produktion und ein völlig ungeklärtes End-of-Life-Management von Sportbooten würden hohe Umweltbelastungen entstehen. Immer mehr Wassersportlern sei das bewusst, und der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit in der Branche werde lauter.

Boote aus nachwachsenden Rohstoffen

In ihrer Projektbeschreibung erläutern die Projektentwickler: "Auf der Suche nach einem geeigneten nachwachsenden Rohstoff liegt ein Material auf der Hand: Holz. Als einer der ältesten tradierten Baustoffe im Bootsbau überzeugt er mit leichter Bearbeitbarkeit, geringer Dichte und guten mechanischer Eigenschaften. Gegenüber der Produktion von Booten aus Kunststoff oder Aluminium ist die immer noch vorwiegend handwerkliche Fertigung von Holzbooten jedoch sehr zeit-, material- und damit kostenintensiv.

Mit der Arbeitsgruppe Chemie und Physik des Holzes um Herrn Professor Pfriem hat Jan Brügge einen Partner gefunden, um innovative und zeitsparende Bauweisen von Holzbooten zu erforschen. Die Arbeitsgruppe an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde liegt zwar nicht gerade an der Waterkant, hat aber, neben der Begeisterung für den Werkstoff Holz, das Ziel, Holz mit seinen besonderen Eigenschaften zu versehen und so noch besser für neue und vor allem spezielle Anwendungen nutzbar zu machen, mit der Werft gemein."

Erste Vorstellung im Herbst

Geplant ist der Bau eines Bootes aus nachwachsenden Rohstoffen für die Serienfertigung. Stand ist zurzeit die Entwicklung und Erprobung des zu verwendenden Materials. Erste Renderings von dem zu bauenden Bootstyp sollen im September präsentiert werden.

Lasse Johannsen am 23.07.2020

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