Blauwasser

Bilderbuchstart für die ARC 2019

Bei besten Bedingungen sind gestern knapp 200 Boote auf den fast 3000 Seemeilen langen Kurs Richtung Karibik gestartet. Auch viele deutsche Crews sind dabei

Pascal Schürmann am 25.11.2019
ARC 2019 Start
WCC/J. Mitchell

Start der ARC 2019

Mehr als 1000 Segler aus 53 Nationen sind gestern von Las Palmas di Gran Canaria mit der Atlantic Rally for Cruisers 2019 gen Karibik aufgebrochen. Für viele begann damit nach nicht selten Jahren des Planens, Monaten der Vorbereitung und Tagen intensiven Trainings das Abenteuer ihres Lebens.

2700 Seemeilen sind es auf direktem Weg zum Ziel auf St. Lucia. Allerdings gibt das Wetter einen längeren, dafür aber vermutlich schnelleren Kurs vor. Denn während auf der Nordroute, die in der Regel ungemütlicheres Wetter und auch mal Amwindkurse bereithält, in diesem Jahr der Wind vermutlich eher flau sein wird, weht weiter südlich der Nordostpassat. Ein Umweg mit anfänglichem Kurs Richtung Kapverden, um ab dort dann vom zwar noch schwachen, aber bereits beständigen Passat zu profitieren, scheint momentan die vielversprechendere Routenoption.

Bei der ARC treffen die unterschiedlichsten Boote aufeinander. Vom kleinsten Boot in der Flotte Duffy bis hin zur Superyacht "Ulisses" sind sowohl klassische Monohulls wie hypermoderne Katamarane dabei. Verabschiedet wurden Boote und Crews gestern Mittag von unzähligen Zuschauern, die von der Hafenmole das mehrere Stunden währende Auslaufen der Yachten zur Startlinie verfolgten. Zur Freude des Publikums hatten sich einige Crews zu diesem Anlass verkleidet, führten beim Verstauen der Fender Tänze auf dem Vordeck auf und schwenkten ihre Nationalflaggen, um sich zu verabschieden.

Der Meteorologe der ARC Chris Tibbs hatte den Crews einen klassischen ARC-Start versprochen, und das Wetter entsprach dem mit einer angenehmen NO-Brise von 10 bis 12 Knoten. So konnten viele Boote die Linie unter Spinnaker überqueren.

Angesichts der momentanen Großwetterlage glaubt Tibbs nicht, dass der ARC-Rekord in diesem Jahr unterboten werden kann. "Dafür", so Tibbs, "sollten es für die Crews sehr angenehme Segelbedingungen werden." Der ARC-Rekord steht bei 8 Tagen, 6 Stunden und 29 Minuten. Aufgestellt wurde er von George David mit dem Supermaxi "Rambler 88" im Jahr 2016.

Zwar ist die ARC eine Fahrtenseglerregatta, doch es gibt eine Start- und eine Ziellinie, und die Boote werden je nach Größe, Typ und Performance in Gruppen eingeteilt. Um 12 Uhr UTC wurde gestern das Startsignal von Sir Chay Blyth an Bord des spanischen Marineschiffs "Meteor" gegeben, und die Boote der Multihullgruppe und zwei der offenen Gruppe wurden zuerst auf die Reise geschickt. Sir Chay war die Woche vor dem Start in Las Palmas, besuchte verschiedene Boote und unterstützte Freunde, die mit der "Nizuc" die ARC segeln und Spendengelder für die Parkinson-Forschung einsammeln.

Als erster Multihull segelte Pierre Caouettes Outremer 5X über die eine Meile lange Startlinie und führte das Feld von 40 Katamaranen und zwei nicht gewerteten Booten an.

Die 26 Boote der Regattagruppe wurden anschließend von Ross Applebeys Oyster 48 "Scarlet Oyster" angeführt, gefolgt vom ebenfalls britischen Boot "Rocket Dog". Beide sind regelmäßige ARC-Teilnehmer und segeln mit gemischter Crew und Profiskippern. Das dritte Boot beim Start war die österreichische Volvo 65 "Austrian Ocean Racing Project" mit einer ehrgeizigen Crew aus jungen Seglern, die hoffen, als erstes österreichisches Team der Geschichte am Volvo Ocean Race 2021/22 teilzunehmen.

Beeindruckend wurde es, als die Mehrzahl der 120 Yachten in der Fahrtenseglergruppe gemeinsam startete. Als erstes Boot war es um 12.30 Uhr die Dufour 520 "Bianco", die auf den Kurs ging, dicht gefolgt vom Rest des Feldes. Insgesamt sind mit dem gestrigen Start der regulären ARC nun 283 Boote unter dem Banner des ausrichtenden World Cruising Club auf dem Weg über den Atlantik. Das ist ein neuer Rekord in der 34-jährigen Geschichte der Rally.

93 Boote der ARC-plus-Flotte verließen bereits vergangenen Donnerstag Mindelo auf den Kapverden, um sich auf ihren zweiten Teil der Atlantiküberquerung zu begeben. Sie waren vor zwei Wochen in Gran Canaria losgesegelt und hatte auf den Kapverden einen Zwischenstopp eingelegt.

Alle ARC-Yachten sind mit Satellitentrackern ausgestattet, sodass die Kurse verfolgt werden können. 

ARC 2019 Start

Die aktuellen Positionen der ARC-Yachten 

Das Gros der Flotte wird etwa 18 bis 21 Tage benötigen, bis sie im Ziel in der Rodney Bay Marina auf Saint Lucia ankommen.

Pascal Schürmann am 25.11.2019

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