Unwetter

Bilder der Zerstörung nach Sturmtief "Herwart"

Mit Orkanböen fegte der dritte Herbststurm in kurzer Folge über Nord- und Süddeutschland hinweg. Binnen und an der Küste mit verheerenden Folgen

Kristina Müller am 30.10.2017
Sturmtief Herwart Wendtorf
privat/Behrenbeck

Für viele Eigner sollte es ursprünglich mal ein typisches Herbstwochenende werden: Für Segler, die eher spät dran sind, eines mit Mastlegen und Auskranen, für die ganz Späten ein letztes Wochenende an Bord und für die gut Organisierten eines mit ersten Winterarbeiten in Halle oder Freilager. Daraus wurde ein Wochenende voller Bangen für viele, die nicht vor Ort im Hafen oder Winterlager waren; darum, ob das Schiff an sich und an Bord wohl alles sicher und sturmfest vertäut ist: Sturmtief "Herwart" fegte am Sonntag mit Orkanböen über Deutschland hinweg, auf Helgoland wurden über 80 Knoten Windgeschwindigkeit gemessen.

Sturmtief Herwart in Wendtorf

Heiligenhafen: Ein Rollvorsegel hat sich losgerissen, schlägt in den Sturmböen, zerreißt schließlich

Schäden im Wasser und Freilager 

Die Sturmflutwarnung des Deutschen Wetterdienstes hatte zweieinhalb bis drei Meter für die Nordsee gelautet, außerdem wurden zwei bis zweieinhalb Meter Hochwasser an der Ostsee vorhergesagt – in der Praxis entstanden daraus Bilder der Zerstörung in Marinas entlang der Küste. "Wir haben einige Schäden hier im Hafen", berichtet Christian Rittierodt, Hafenmeister in der Marina Wendtorf. "Bei vielen Schiffen sind die Festmacherleinen gerissen, die Boote sind dann gegen den Steg gestoßen oder gegen das Nachbarschiff. So sind Lackschäden entstanden, aber auch Löcher im Rumpf. Ein offenes Motorboot ist sogar gesunken, weil es vollgelaufen ist."

Aber auch Schiffe, die bereits zahlreich im Freilager an Land stehen, wurden von "Herwart" getroffen: Nicht ausreichend festgezurrte Planen rissen sich los, Jollen und kleine Kielboote kippten von ihren Gestellen, und auf dem Gelände der Ring-Werft in Wendtorf etwa warf es eine Yacht von ihrem Lagerbock. Wie einige andere stand sie dort mit stehendem Rigg – der Mast stürzte auf das benachbarte Schiff.

Dritter Sturm in Folge

"Herwart" ist dabei bereits das dritte Sturmtief binnen kurzer Zeit: "Nach 'Sebastian' Mitte September und 'Xavier' Anfang Oktober war dies der dritte Sturm, der binnen sechs Wochen mit starken Folgen über uns hinweggezogen ist", erläutert Wetterexperte Meeno Schrader. "Das sind ungewöhnlich viele Herbststürme so früh im Jahr, wobei 'Sebastian' eigentlich noch im Spätsommer stattfand." Glück im Unglück sei beim Durchzug von "Herwart" immerhin gewesen, dass die volle Wucht des Sturms nachts und in den frühen Morgenstunden am Sonntag stattfand, als weniger Menschen draußen unterwegs und somit zu Schaden gekommen seien als bei den vorangegangenen Herbststürmen.

Fotostrecke: Auswirkungen des Sturmtiefs "Herwart"

Im Binnenland und an der Küste sind die Aufräumarbeiten derweil in Gang; Eigner, deren Schiffe noch nicht sturm- und winterfest vertäut sind, sollten dies zeitnah nachholen.

Kristina Müller am 30.10.2017

Das könnte Sie auch interessieren


YACHT Leserumfrage 2018

Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online