Ein Leben fürs Segeln

Bewegender Empfang zu Ehren von Bobby Schenk

Vorigen Sonntag hat Deutschlands bekanntester Blauwasser-Segler seinen 80. Geburtstag gefeiert. Zum Empfang des Delius Klasing Verlags kam reichlich Prominenz

YACHT Online am 19.05.2019
Großer Bahnhof für Bobby Schenk im Münchner Lola-Montez-Haus
YACHT

Großer Bahnhof für Bobby Schenk im Münchner Lola-Montez-Haus. Links YACHT-Verleger Konrad Delius bei der Begrüßung, rechts der Jubilar

In München-Harlaching, unweit der Isar, wo man sonst vor allem Schauspieler und Fußballprofis trifft, steht nur ein paar Schritte vom beliebten Biergarten "Menterschwaige" entfernt das Lola-Montez-Haus. Urig und trutzig wie eine alte Remise, soll hier einmal die Geliebte von König Ludwig II. Zuflucht gefunden haben. So jedenfalls geht eine Geschichte, deren Wahrheitsgehalt, nun ja: ein wenig umstritten, wenn nicht gar zweifelhaft ist.

Doch am Dienstagabend scherte sich kaum jemand um die durchaus unterhaltsamen Possen des einstigen Regenten. Denn da hielt Bobby Schenk Hof an diesem Ort, und der ist für manche der Anwesenden selbst eine Institution.

Seit den frühen siebziger Jahren hat der ehemalige Amtsrichter und zweifache Weltumsegler als Autor die Fahrtensegelszene beeinflusst wie kaum ein anderer – zunächst mit ebenso packenden wie lehrreichen Beiträgen in der YACHT, später auch mit zahlreichen Fachbüchern, von denen praktisch alle Long- und Bestsellerstatus erlangten.

Mit rund einer halben Million verkauften Exemplaren ist Bobby Schenk der wohl meistgelesene Segelautor im deutschsprachigen Raum. Doch sein Einfluss reichte viel weiter: In Dutzenden von Diavorträgen berichteten er und seine Frau Karla in den achtziger und neunziger Jahren vor großem Publikum von ihren Abenteuern, und von Anfang der 2000er-Jahre an gab Schenk sein Wissen in stets ausverkauften Blauwasserseminaren weiter, zunächst während der Hanseboot, dann im Rahmen der Interboot und zuletzt bei der Sunbeam-Werft am Mattsee.

Zu den Gästen, die vorige Woche zu Ehren des Jubilars nach München kamen, zählten zahlreiche Honoratioren, die alle die Liebe zum Segelsport und die Nähe zu Bobby Schenk verbindet – darunter Ärzte, Juristen, Unternehmer, Vereinspräsidenten und mit Eckart Diesch auch der Goldmedaillengewinner im Flying Dutchman von 1976.

Verleger Konrad Delius, der zu dem Empfang geladen hatte, sagte in seiner Begrüßung, dass Bobby Schenks seglerische Leistungen allen Anwesenden bestens bewusst seien. Deshalb müsse er sie hier nicht wiederholen. Stattdessen gab er den Gästen einen Einblick in die "mitunter durchaus sensible Beziehung zwischen Autor und Verleger".

Ein Buch zu schreiben, so Delius, sei eine enorme kreative Leistung. "Natürlich ist der Autor stets überzeugt von seinem Werk. Das muss er auch sein. Folglich erwartet er vom Verlag, dass es überall – noch in der Buchhandlung des kleinsten Winkels in Oberbayern – im Dutzend vorrätig sein müsse." Und da könne es dann schon mal vorkommen, dass er einen aufgebrachten Anruf erhalte, wenn dem nicht so ist.

Gerade im Laufe einer so langen Zusammenarbeit wie mit Bobby Schenk, so Delius, ließen sich Konflikte nicht völlig vermeiden. Er könne aber sagen, und darauf sei er sehr stolz, dass dies seine Freundschaft mit Schenk über die Jahrzehnte nie belastet habe. Vielmehr seien das gegenseitige Vertrauen und die Wertschätzung größer denn je. 

Großer Bahnhof für Bobby Schenk im Münchner Lola-Montez-Haus

Nadja Kneissler, Verlagsleiterin Buch bei Delius Klasing, übergibt ein Geschenk an Bobby Schenk

Es war einer von vielen Momenten dieses Abends, an dem sich der sonst durchaus streitbare Schenk gerührt und – wie er selbst mit einem Augenzwinkern bemerkte – "ungewohnt altersmilde" zeigte. 

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YACHT Online am 19.05.2019

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