Seenotfall

„Berserk II“ wahrscheinlich gesunken

Leere Rettungsinsel der in der Antarktis vermissten norwegischen Segelyacht gefunden. Für die dreiköpfige Crew besteht kaum noch Hoffnung.

Pascal Schürmann am 25.02.2011
Berserk II

Die vermisste "Berserk II" auf Törn im Eis

Gestern abend Mitteleuropäischer Zeit entdeckte ein auf der „Steve Irwin" stationierter Helikopter während eines Suchflugs das Acht-Personen-Rettungsfloß treibend in der Ross-See. Es war halb mit Seewasser geflutet und mit einer Eisschicht bedeckt. Zudem sei ein Teil der Dachhaube fortgerissen gewesen. Die Crew der „Steve Irwin“ barg das leere Floß, das später der „Berserk II“ zugeordnet werden konnte.

Die „Steve Irwin“ gehört der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd und ist eines von mittlerweile drei Schiffen, die sich an der Suche der seit Dienstag vermissten Yacht beteiligt. Die „Steve Irwin“ war nach einer Protestaktion gegen japanische Walfänger noch in den Gewässern nahe der Ross-See, als die Rettungsaktion für die „Berserk“ anlief.

Kapitän Paul Watson bedauerte, dass die drei Segler an Bord der „Berserk II“ mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Leben auf See verloren haben. Auch seien die Chancen äußerst gering, ihre Leichen zu finden.

Die Rettungsinsel sei 45 Seemeilen nördlich der Position gefunden worden, von der aus am Dienstag die Epirb der „Berserk“ das Notsignal gesendet hatte. Mithin sei es unwahrscheinlich, dass die 25 Tonnen schwere Stahlyacht binnen der vergangenen drei Tage noch nördlicher getrieben ist. Das in Frage kommende Seegebiet südlich vom Fundort der Rettungsinsel habe man inzwischen vollständig nach dem Schiff abgesucht – ohne Erfolg.

Am Dienstag hätten derart verheerende Wetter- und Seegangsbedingungen in der Ross-See geherrscht, dass davon auszugehen sei, so Watson weiter, dass die „Berserk II“ vermutlich gekentert und sofort gesunken sei. Dies könne unter Umständen infolge einer Kollision mit einem Growler, einem knapp unter der Wasseroberfläche treibenden Eisberg, geschehen sei. In dem Seegebiet seien zum Zeitpunkt der Havarie zahlreiche dieser gefährlichen Unterwasserhindernisse vorhanden gewesen.

Pascal Schürmann am 25.02.2011

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