Seenot

„Berserk II" in der Antarktis vermisst

Skipper Jarle Andhoy und ein Crewmitglied wohlauf an Land. Vom Schiff und drei weiteren Crewmitgliedern fehlt hingegen jede Spur.

Pascal Schürmann am 24.02.2011
Berserk II

Die 48-Fuß-Stahlyacht "Berserk II" des Norwegers Jarle Andhoy

Bereits am späten Dienstagnachmittag ging in der norwegischen Seenotrettungszentrale ein Epirb-Signal der norwegischen Segelyacht ein. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Schiff in der Ross-See. Ein direkter Funk- oder Telefonkontakt zur Crew kam nicht zustande. Wenige Stunden später brach das Notsignal ab.

In Zusammenarbeit mit der neuseeländischen Küstenwache wurde eine Suchaktion eingeleitet, an der sich derzeit mehrere Schiffe beteiligen. Die Suche gestaltete sich zunächst äußerst schwierig, da im betroffenen Seegebiet starker Wind und extrem hoher Seegang herrschten. Inzwischen hat sich die Situation beruhigt, und die Suchmannschaften konnten das Zielgebiet bereits nahezu vollständig nach der „Berserk II“ durchforsten – ohne Erfolg.

Der Skipper sowie ein Crewmitglied hingegen haben sich inzwischen selbst bei den Rettern per Satellitentelefon gemeldet. Sie waren vor wenigen Tagen an Land gegangen, um zum Südpol zu wandern. Es gehe ihnen gut, und sie benötigen keine unmittelbare Hilfe, meldet die norwegische Rettungsleitstelle. Die beiden wollen nun zu einer Forschungsstation am Rande der Ross-See zurückkehren, wo sie eigentlich von den drei auf der „Berserk II“ verbliebenen Crewmitgliedern wieder an Bord hätten genommen werden sollen.

Jarle Andhoy, 34, ist in Norwegen eine Art Volksheld. Mit unkonventionellen Segelexpeditionen in extreme Reviere macht er seit Jahren von sich reden und ist insbesondere für viele skandinavische Jugendliche zum Idol geworden. Andhoys Segelkarriere begann 18-jährig, als er 1999 von Norwegen auf auf einer nur 27 Fuß großen Albin Vega einhand bis nach Feuerland segelte und von dort dann mit einer wild zusammengewürfelten Crew einen abenteuerlichen Törn in die Antarktis absolvierte. Die YACHT berichtete darüber nach seiner Rückkehr ausführlich in Heft 4/2001.

In den Jahren darauf ging es mit neuem Schiff auf weitere Expeditionen. 2007 segelte er durch die Nordwestpassage. Von dort ging es später weiter entlang der russischen Ostküste südwärts durch den Pazifik bis hinab in die Antarktis. Die wollte man wie „in alten Wikingerzeiten“ auf einfachste Art und Weise erkunden, heißt es in einer Selbstdarstellung Andhoys. Die „Berserk II“ ist ein 48 Fuß langes und 25 Tonnen schweres Stahlschiff.


Zitat von www.wildvikings.com: A new generation of explorers
The crew onboard „Berserk II“ wish to pick up the old Norsemen traditions opposed to todays so called “civilized” and often artificial way of living. Instead of being a part of the playstation-generation, in a 7 – 4 life with computers, electrical tinopeners and washingmachines, they seek adventures and exploration in the spirit of the ancient vikings. Simply equipped on a low budget ,The wild vikings turn the time back to the old days when men were men. Back to basics. Back to nature in harmony with its simple and real beauty to the worlds remote corners.

Pascal Schürmann am 24.02.2011

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