Meeresschutz

Bei der "Seekuh" an Bord: Open Ship in Travemünde

Bis zum 28. Juli lädt der Verein "One Earth – One Ocean" ein, seinen Alu-Kat zu besichtigen, der Müll aus dem Meer fischt. Am Sonntag kann man selbst anpacken

Kristina Müller am 25.07.2019
Seekuh
One Earth One Ocean

Für fünf Tage macht der zehn mal zwölf Meter messende Katamaran an der Trave fest

Unter den Yachten und Jollen, die seit Samstag bei der Travemünder Woche an den Start gehen, sticht sie heraus: Die "Seekuh", das Müllsammelschiff der Umweltorganisation "One Earth – One Ocean" (OEOO), hat in der Travemündung festgemacht und lädt bis einschließlich Sonntag täglich von 11 bis 19 Uhr zum Open Ship ein.

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Die letzte große Mission führte die "Seekuh" nach Hongkong

Die "Seekuh" ist eines von drei Schiffen, mit denen der von Günther Bonin gegründete Verein Müll aus dem Meer holen will. "Es gibt eine Müllabfuhr an Land – warum nicht auch eine maritime Müllabfuhr auf dem Meer?", ist die Frage, die der Segler stellt – und etwas ändern möchte. Seine Vision ist ein Containerschiff, der "See-Elefant", auf dem gesammelter Müll weiterverarbeitet wird. 

Handeln, bevor es zu spät ist

In Travemünde liegt der Fokus aber auf dem Alu-Katamaran "Seekuh", der bei sehr langsamer Fahrt mit Netzen Plastikmüll aus dem Wasser fischt, bevor dieser zu Mikroplastik zerfallen kann. 

Seekuh

Dr. Rüdiger Stöhr gibt Einblicke in die Arbeit der Umweltorganisation auf See

Fragen zur Arbeitsweise des Schiffes, zu den Einsatzgebieten, zur Verschmutzung der Weltmeere und zu den Gefahren, die davon ausgehen, beantwortet an Bord der Mikrobiologe Dr. Rüdiger Stöhr. "Wir wollen Aufklärungsarbeit leisten und zeigen, dass wir da sind und ein Müllsammeln in den Meeren möglich ist", erklärt der Wissenschaftler aus Kiel. 

Geisternetz und Minilabor

An Bord demonstriert Stöhr den Besuchern die Funktionsweise der Müllfangnetze. Außerdem hat er ein von der "Seekuh" aus dem Meer gefischtes Geisternetz dabei. Im bordeigenen Minilabor können die Besucher einen Blick durchs Mikroskop werfen und Mikroplastikfasern betrachten.

Das Meer sei lange als Müllkippe angesehen worden, so der Wissenschaftler. Deshalb reiche es nicht mehr, nur den eigenen Dreck wegzuräumen. "Es ist inzwischen nötig, auch hin und wieder einmal mehr als das aufzusammeln", sagt Stöhr.

Mitmachen am Sonntag

Wer sich ganz aktuell am Kampf gegen den Müll beteiligen möchte, kann noch direkt auf der Travemünder Woche aktiv werden. Am Abschlusssonntag, dem 28. Juli, veranstalten die Betreiber der "Seekuh" eine Beach-Clean-up-Aktion in Travemünde. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr an der Nordermole. 

Einen Report über Segler, die sich für den Kampf gegen Plastikmüll im Meer engagieren, lesen Sie in YACHT 18/2019, die ab dem 21. August im Handel ist. 

Fotostrecke: Sonne, Segeln, Siegen: Impressionen der Travemünder Woche 2019

Das Regatta- und Festivalprogramm der Travemünder Woche, die noch bis Sonntagabend läuft, finden Sie hier.

 

Kristina Müller am 25.07.2019

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