Blauwasser
Auszeichnungen für Reeves, Sanders und Huber-Curphey

Der Ocean Cruising Club hat die diesjährigen Gewinner seiner renommierten Langfahrtseglerpreise bekanntgegeben, darunter auch eine deutsche Seglerin

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 29.01.2020
Randall Reeves auf seiner "Moli" Randall Reeves auf seiner "Moli" Randall Reeves auf seiner "Moli"

www.figure8voyage.com Randall Reeves auf seiner "Moli"

Randall Reeves, Jon Sanders und Susanne Huber-Curphey – alle drei waren 2018 und 2019 mit ihren teils abenteuerlichen Seereisen regelmäßig in den Schlagzeilen auch der YACHT und von YACHT online. Alle drei waren einhand unterwegs, haben großartige Seereisen absolviert, mussten teils widrigsten Wetterbedingungen trotzen sowie mit technischen Problemen an Bord kämpfen. Alle drei haben ihre Törns erfolgreich beendet.

Dafür werden sie nun belohnt. Der in Großbritannien ansässige Ocean Cruising Club (OCC) hat die Gewinner seiner alljährlich verliehenen, begehrten Langfahrtseglerpreise veröffentlicht. Darunter befinden sich nicht nur die drei genannten Skipper, sondern insgesamt ein Dutzend weitere Segler.

Reeves und die magische Acht

Über die wichtigste Trophäe darf sich der US-Amerikaner Randall Reeves freuen. Er wird mit dem renommierten Barton-Cup geehrt, der höchsten Auszeichnung, die der OCC verleiht. Reeves hatte während einer Saison einmal die komplette Antarktis sowie beide amerikanische Kontinente umsegelt – die berühmt-berüchtigte Acht, an der sich bald schon auch der Österreicher Norbert Sedlacek erneut versuchen will.

Reeves hatte die Antarktis sogar nonstop umrundet und seinen ersten Halt – gestartet war er in San Francisco – erst in Halifax auf Neufundland eingelegt. Kurz darauf dann durchquerte er auch die Nordwestpassage in der anspruchsvolleren Ost-West-Richtung und kehrte schließlich, nach exakt einem Jahr und mehr als 40.000 Seemeilen im Kielwasser, in seinen Starthafen zurück.

Unterwegs war er mit der "Moli", einer einst bei Dübel & Jesse gebauten Aluminium-Slup, mit der schon der Deutsche Clark Stede Jahrzehnte zuvor aufsehenerregende Langfahrten unternommen hatte. Damals hatte die Yacht noch "Asma" geheißen.

Huber-Curphey auf den Spuren Moitessiers

Der OCC Seamanship Award geht in diesem Jahr an die deutsche Einhandseglerin Susanne Huber-Curphey. Sie hatte nicht nur erfolgreich als eine von wenigen die in Gedenken an Bernard Moitessiers einstige Teilnahme am Golden Globe Race veranstaltete Longue Route erfolgreich gesegelt – sie hielt es auch wie dieser und steuerte nach der Passage von Kap Hoorn statt den Atlantik nordwärts zum Ziel erneut weiter ostwärts. In Tasmanien, nach fast eineinhalbfacher Umrundung der Welt, machte sie erstmals seit ihrem Start an der US-Ostküste wieder Halt. 33.043 Seemeilen legte sie dabei zurück und war 251 Tage ununterbrochen auf See.

OCC/R. Ravensberg OCC-Preisträger Susanne Huber-Curphey und Jon Sanders in Südafrika, wo sich beide im Januar aufhielten

Später, als sie Kurs über den Indischen Ozean zurück gen Westen nahm, hatte Huber-Curphey dann allerdings weniger Glück. Als sie eine Nacht lang vor dem Hafen von La Réunion ankerte, hielt das Grundgeschirr nicht, und sie strandete. Glücklicherweise konnte sie ihr Schiff, die von ihr selbst ausgebaute Alu-Slup "Nehaj", bergen lassen und retten. Ende vergangenen Jahres setzte sie ihre Reise fort und nahm Kurs auf Südafrika. Susanne Huber-Curphey hatte 2018 bereits den Barton Cup des OCC erhalten, damals für ihre vorangegangene Durchquerung der Nordwestpassage.

Sanders, der Unruheständler

Der Australier Jon Sanders schließlich darf sich über den OCC Lifetime Cruising Award freuen. Der passionierte Langfahrer hatte 2019 seine sage und schreibe zehnte Weltumsegelung beendet – nur um einige Monate später erneut aufzubrechen. Während seiner aktuellen Runde um die Welt will er immerhin Zwischenstopps einlegen. Die früheren Runden hatte er meist nonstop zurückgelegt, teils war er sogar zwei Runden hintereinander gesegelt.

Die Preisverleihung wird 2020 erstmals in der Geschichte des OCC in Nordamerika stattfinden, und zwar im April in Annapolis.

Nachfolgend alle OCC-Preisträger 2019 im Überblick:

  • OCC Barton Cup: Randall Reeves
  • OCC Vasey Vase: Steve Brown
  • OCC Lifetime Award: Jon Sanders
  • OCC Seamanship Award: Susanne Huber-Curphy
  • OCC Jester Medal: Dan Stroud
  • OCC Award (Members Only): Jenny Crickmore-Thompson & Frances Rennie
  • OCC Award (Open to All): Riley Whitelum and Elayna Carausu
  • PO Service Award: Linda Lane Thornton and Pam Wall
  • Events and Rallies: Bill & Lydia Strickland
  • Qualifier's Mug: Eugénie Nottebohm
  • Water Music Trophy: Jo Winter
  • Australian Trophy: Joanna Breen
  • David Wallis Trophy: Helena Klocke

Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Barton CupBlauwasserJon SandersLangfahrtOCCRandall ReevesSusanne Huber-CurpheyWeltumsegelung

Anzeige