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Aus der Traum: Mastbruch bei van den Heede

Van den Heede scheitert bei seinem Rekordversuch einhand und nonstop um die Welt gegen den Wind

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 07.01.2003

The Global Challenge Jean Luc van den Heede

Das war's! Der Traum des Jean Luc van den Heede ist geplatzt. Und das fast im wahrsten Sinne des Wortes. Gestern Nachmittag gegen 14.00 Uhr brach der Mast seiner 70-Fuß-Yacht "Adrien" im Sturm.

Dem Skipper ist dabei nichts passiert. Er versucht nun, unter Notrigg Australien zu erreichen.

Noch vor wenigen Stunden meldeten wir an gleicher Stelle, dass der 57-jährige Franzose auf dem besten Wege ist, den Rekord seines Landsmannes Philipp Monnet (insgesamt 151 Tage) zu brechen. Immerhin war van den Heede seinem imaginären Kontrahenten bereits 18 Tage enteilt. Wäre alles nach Plan gelaufen, hätte er die Weltumrundung vielleicht sogar unter 135 Tagen schaffen können. Doch nun das Ende des ehrgeizigen Projektes.

Jean Luc van den Heede befand sich auf einer Position 55° südlicher Breite und 133° östlicher Länge, als das Unheil seinen Lauf nahm. "Zuerst lockerte sich der Mastfuß, dann brach der Mast einen Meter oberhalb des Fußes", schreibt er per E-Mail an seine Shore-Crew. Bis zu dieser Nachricht hatte der erfahrene Einhandsegler jedoch schon sechs Stunden hart gearbeitet, um sein Boot aufzuklaren beziehungsweise zu retten. "Der Wind weht mit 55 Knoten, und der Wellengang ist sehr hoch", schildert er die äußeren Umstände, in denen er sich nach der Entmastung befand.

Des Weiteren schreibt er in seiner Nachricht: "Ich bin erschöpft. Ich habe stundenlang gebraucht, um zu verhindern, dass der Mast den Rumpf beschädigt. Drei oder vier Meter des Mastes habe ich gerettet, damit wir später vielleicht herausfinden können, weshalb er gebrochen ist. Ich habe noch den Baum und den Spinnakerbaum, womit ich ein Notrigg bauen kann. Aber dafür muss ich auf ruhigere See warten. Bei den momentanen Verhältnissen ist es unmöglich, an Deck zu arbeiten. Ich werde also eine Pause einlegen und mich etwas erholen. Macht euch keine Sorgen um mich. Ich bin nicht in Gefahr und brauche derzeit keine Hilfe."

Welche Enttäuschung Jean Luc van den Heede nun verarbeiten muss, scheint schwer zu ermessen. Es ist schon der dritte Versuch des Franzosen, den Rekord einhand und nonstop um die Welt und gegen die vorherrschenden Winde zu unterbieten. Schon zweimal zuvor musste er das Unternehmen abbrechen. 1999 kollidierte sein als Yawl getakelter Open 60 "Algimouss" mit einem Container. Zwei Jahre später war die Kielaufhängung seiner "Adrien" defekt. So weit wie bei seinem letzten Versuch war er jedoch noch nie gekommen.

Vielleicht versucht es der 57-Jährige ja noch einmal. Zuerst muss er nun jedoch die rund 1000 Seemeilen bis Tasmanien schaffen. Auch das rekordverdächtig.


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Themen: EndegescheitertRekordversuchVan den HeedeWeltumsegelung

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