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Aufbruch, Zweifel und ein Anruf

Die Atlantikrunde von Lennart Burke und Valentin Ahlhaus beginnt mit Sturm auf der Nordsee, einer überraschenden Nachricht und einem Roadtrip durch Europa

  • Lennart Burke
 • Publiziert vor 2 Jahren
Kurs Atlantik: Lennart Burke, 20, berichtet von seiner Atlantikrunde als Fahrtensegler. Nach der Rückkehr wechselt er auf einen Mini 6.50 – Ziel Minitransat 2021 Kurs Atlantik: Lennart Burke, 20, berichtet von seiner Atlantikrunde als Fahrtensegler. Nach der Rückkehr wechselt er auf einen Mini 6.50 – Ziel Minitransat 2021 Kurs Atlantik: Lennart Burke, 20, berichtet von seiner Atlantikrunde als Fahrtensegler. Nach der Rückkehr wechselt er auf einen Mini 6.50 – Ziel Minitransat 2021

Burke/Ahlhaus Kurs Atlantik: Lennart Burke, 20, berichtet von seiner Atlantikrunde als Fahrtensegler. Nach der Rückkehr wechselt er auf einen Mini 6.50 – Ziel Minitransat 2021

Im August sollte es losgehen, nur eine Woche nach der vorerst letzten Regatta, der Melges 24 European Championship. Der Termin lag – einmal abgesehen von den noch anstehenden Bootsarbeiten, nahezu perfekt. Und ganz fertig wird man ja offensichtlich ohnehin nie. Wir hatten noch genug Zeit zum verproviantieren und dafür, "Andiamo" ein neues Fahrwerk zu verpassen:

Wir bunkerten 150 Liter Diesel, 200 Liter Wasser und Lebensmittel für zwei Monate. Uns überkam beim Einkauf die Idee, uns gleich für die ganze Atlantiküberquerung zu bevorraten. Die gute Nachricht: Alles ließ sich verstauen. Die weniger gute: Wir lagen nun wesentlich tiefer, zumal wir ja auch eine kleine Werkstatt mit uns herumfahren.

Immer gegenan

Den Rat, den uns erfahrene Weltumsegler gegeben hatten, nahmen wir ernst: Wir segelten am festgelegten Datum los. Komme was wolle. Damit begann die Reise allerdings mit einer langen Kreuz von Stralsund nach Kiel, der erste große Schlag im Wachrhythmus. Valentin begann die erste "Nachtschicht" von 20 Uhr bis zwei Uhr, dann übernahm ich die zweite Sechs-Stunden-Wache. Auf einem Testtörn hatten wir einen Vier-Stunden-Rhythmus ausprobiert, der uns aber nicht gefiel: Zu wenig Zeit für jeden, um komplett abzuschalten und zu schlafen.

Burke/Ahlhaus Die "Andiamo", die 47-Jahre alte IW 31 von Lennart Burke und Valentin Ahlhaus

Mit 15 bis 25 Knoten Wind gegenan kamen wir trotz guten Bootsspeeds unserem Ziel nur langsam näher. So kam nachts schließlich der eigentlich zu Hause gebliebene Regattasegler zum Vorschein. Wir fingen an, mit verschiedenen Vorsegeln und Holepunkten zu experimentieren und bei negativen Drehern auch zu wenden.

Nach 42 Stunden dann: Ankunft in Kiel und Treffen mit zwei weiteren Weltumseglern für weitere gute Tipps. Dann ließen wir die Ostsee mit der Passage durch den NOK achteraus.

Sturm auf der Nordsee

Für den Schlag von Helgoland nach Norderney waren maximal 25 Knoten aus Nordwest vorhergesagt – ein Anlieger nach Norderney! Aber natürlich kam es anders und wir hatten mit Böen bis zu 42 Knoten aus Südwest zu kämpfen. Dazu kam, dass unsere Fock riss und wir die Sturmfock anschlagen mussten, die hoch am Wind fast nichts nutzte.

Das Resultat: Neun Stunden kämpften wir für 20 Meilen, durch Gewitter, Hagel, Platzregen und Gegenstrom. Ablaufen nach Langeoog oder Cuxhaven war keine Alternative mehr, dafür waren wir schon zu weit. Die Entscheidung, abzulaufen um zu schlafen, hätten wir früher fällen müssen, aber da wollten wir unsere Lage noch nicht wahr haben.

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