Solo nonstop

Auf sechs Metern um die Welt: Kapstadt voraus

Weltumsegler Szymon Kuczynski will es wieder wissen: Einhand und nonstop segelt er derzeit von West nach Ost – auf seinem modifizierten Kleinkreuzer

Kristina Müller am 23.10.2017
Zew Oceanu
Pawel Motawa

Vor gut sieben Wochen ist der polnische Weltumsegler Szymon Kuczynski in Plymouth zu seiner zweiten Weltumsegelung aufgebrochen – nun steht er kurz vor dem Kap der guten Hoffnung. Kuczynskis Reise ist dabei in jeder Hinsicht bemerkenswert: Er will nicht nur allein und nonstop um den Globus segeln, sein Schiff ist ein gerade mal 6,36 Meter langer Kleinkreuzer vom Typ Maxus 22.

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Mag es minimalistisch: Szymon Kuczynski 

Der Solo-Nonstop-Versuch ist nicht das erste Hochsee-Abenteuer des segelverrückten Polen mit einem Faible für Offshore-Schläge auf Mini-Booten: 2013 segelte er auf seiner selbstgebauten, fünf Meter kurzen "Lilla My" in beide Richtungen über den Atlantik. Und von 2014 bis 2016 umrundete er mit der Maxus 22 "Atlantic Puffin" auf der Barfußroute die Welt, eben dem Boot, mit dem er auch jetzt unterwegs ist.

Die bei der polnischen Northman-Werft gebaute Maxus 22 hat der 37-jährige Segellehrer und Bootsbauer für seine Blauwasserreisen gezielt modifiziert und ausgerüstet. Rumpf und Rigg wurden verstärkt, die Kabine mit einem wasserdichten Schott versehen – Pate standen bei diesen Modifizierungen auch die Regeln der Classe Mini für die ähnlich kurzen Hochseeracer vom Typ Mini 6.50.

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Gute Bedingungen für Skipper und Schiff auf Höhe des Äquators

Als Motivation für seine erste Weltumsegelung hatte Kuczynski im Interview mit der YACHT (Heft 11/2016) berichtet, dass er lediglich eine Auszeit vom Alltag an Land suche und mit seinem auf Hochsee getrimmten Kleinkreuzer grundsätzlich sehr zufrieden gewesen sei. Allein sehr hohe Wellen in der Region um das Kap der guten Hoffnung hätten ihm und seinem Schiff stark zugesetzt.

Genau auf diese Wellen steuert Kuczynski nun, etwa einen Monat nach seiner Äquatorüberquerung am 20. September, wieder zu. Seinen Mitteilungen von Bord zufolge scheint er nach fast zwei Monaten auf See guter Dinge – vorherrschende Probleme sind seinen Angaben zufolge die bereits zur Neige gegangenen Schokoladenvorräte sowie die sinkenden Temperaturen im Südatlantik. Insgesamt plant er neun bis elf Monate für die Weltumsegelung.

Die Südspitze Afrikas wäre das erste der drei großen südlichen Kaps auf Kuczynskis durchaus verrückt anmutender Reise – nach eigenen Angaben wäre er bei Vollendung der Weltumsegelung der dritte Pole, der sie nonstop an Backbord passiert hätte.

Hier geht es zum Tracker der "Atlantic Puffin".

Kristina Müller am 23.10.2017

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