Extremtörn

Antarktisumsegelung – mehr als die Hälfte geschafft

Lisa Blair will den bestehenden Rekord unterbieten, aber auf ihrem mit Botschaften bedruckten Schiffsrumpf auch zum Handeln gegen den Klimawandel anregen

Ossenkopp am 21.03.2017
Lisa Blair solo segeln 2016 facebook_Australian Bight and Bass Straight
lisablairsailstheworld.com

Unter dem Motto "Climate Action Now" ist Lisa Blair im Januar zum "Antarctica Ocean Cup Race" aufgebrochen. Solo und ohne Unterstützung hat sie bereits 9800 der 14 000 Seemeilen zurückgelegt. Ihr Ziel ist die schnellste Antarktisumrundung, zudem will sie diese Route als erste Frau bewältigen. 

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Post-Its-Drucke zieren den Bug der Yacht

Mit dem Rekordversuch möchte die 28-jährige Australierin aber auch auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. Ihr Schiff ist bedruckt mit Post-Its, auf die Menschen aus der ganzen Welt ihre Ideen für eine bessere Zukunft geschrieben haben. Von "mit dem Rad zur Arbeit fahren", "das Licht ausmachen, wenn ich den Raum verlasse" bis zu "ich recycle" reichen die kleinen Botschaften. Diese sollen jedem zeigen, dass durch oft simple und naheliegende veränderte Verhaltensweisen gemeinsam viel erreicht werden kann. Auf der Homepage kann jeder Interessierte eine Nachricht verfassen.

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Umsegelung der Antarktis in 14 000 Seemeilen 

Am 22. Januar verließ Lisa Blair Albany (Westaustralien) mit Kurs auf Kap Agulhas (Südafrika). Die drei berüchtigten Kaps Leeuwin, Horn und Agulhas müssen gerundet werden. Seit 58 Tagen segelt Blair nun in eisigen Gewässern und trotzt Wind und Wetter. Über diese Herausforderungen und ihre Eindrücke berichtet sie in ihrem Blog; ihr Fortkommen kann man mithilfe zweier Tracker verfolgen.

Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Zeit von Fedor Konyukhov zu unterbieten, der die Antarktis innerhalb von 102 Tagen, 56 Minuten und 50 Sekunden umsegelt hat. Konyukhov war bisher der Einzige, der diese Rekordstrecke gemeistert hat.

Lisa Blair Solo segeln 2014 facebook_Tasman Sea 2014

Die 28-jährige Australierin Lisa Blair

Ihr Durchhaltevermögen und ihre Willensstärke hat die Seglerin bereits bei dem Clipper Round The World Race im Jahr 2011 unter Beweis gestellt, bei dem sie 40 000 Seemeilen um die Welt segelte. Ihre Segel-Vita weist die Teilnahme an bedeutenden Regatten aus. Im Jahr 2015 skipperte sie beim Rolex Sydney to Hobart Yacht Race ihre Yacht "Climate Action Now" und erreichte einen Platz im Mittelfeld von 110 Schiffen.

Professionell zu segeln begann Lisa Blair im Jahr 2006. Zuvor hat sie einen Bachelor of Education sowie einen Bachelor of Visual Arts an der Southern Cross University in Australien abgeschlossen. In den vergangenen zehn Jahren widmete sie sich dem Segeln. Sie absolvierte mehr als 50 000 Seemeilen auf verschiedenen Yachten, darunter eine 68 Fuß Ex-Amercia's-Cup-Yacht. Bei ihrer Arbeit als Segellehrerin und Skipperin sowie bei zahlreichen Rennen sammelte sie viel Erfahrung für die Antarktis-Umsegelung.

Ihr Schiff "Climate Action Now" (die vormalige „Funnel-Web“ ) ist eine Open 50 und wurde im Jahr 2003 durch Robert Hick entworfen und gebaut. Mit einer Länge von 15,25 Metern und einer Breite von 3,90 Metern belegte sie zunächst im Melbourne to Osaka Yacht Race 2003 den dritten Platz und nahm anschließend an weiteren Rennen teil. Möglich wurde der Kauf des Schiffs im Oktober 2015 unter anderem durch Spendengelder und Sponsoren.

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Die "Climate Action Now" im Southern Ocean

Ossenkopp am 21.03.2017

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